Fahrzeug kaufen · 6 Min. Lesezeit

Auto aus dem EU-Ausland in die Schweiz importieren

Was ein Import kostet, welche Papiere du brauchst und in welcher Reihenfolge die Schritte laufen — von der Verzollung bis zur Zulassung.

Wann ein Import überhaupt sinnvoll ist

Ein Import lohnt sich vor allem dann, wenn ein bestimmtes Modell, eine Ausstattung oder eine Motorisierung im Inland gerade nicht angeboten wird. Bei einem Fahrzeug, das du auch in der Nähe bekommst, wiegt der zusätzliche Aufwand einen möglichen Preisvorteil selten auf.

Der Angebotspreis ist ohnehin nur die halbe Rechnung. Erst wenn Einfuhrabgaben, Transport, Prüfung und Zulassung dazugerechnet sind, steht fest, was das Fahrzeug wirklich kostet. Rechne diese Posten durch, bevor du zusagst — die folgenden Abschnitte nennen sie einzeln.

Was beim Import anfällt

Zoll: Für Personenwagen wird nach Gewicht verzollt. Der Betrag ist im Verhältnis zum Fahrzeugwert meist gering.

Automobilsteuer: 4 Prozent des Fahrzeugwerts.

Einfuhrsteuer: Die Mehrwertsteuer auf den Gesamtwert inklusive Transport und der übrigen Abgaben.

Dazu kommen Transport oder Überführungsfahrt, das Zollformular, gegebenenfalls ein Abgas- und Geräuschgutachten sowie die Motorfahrzeugkontrolle. Für ein Fahrzeug mit EU-Typengenehmigung ist der Aufwand überschaubar; bei Fahrzeugen ausserhalb dieser Genehmigung kann er erheblich werden.

Die Reihenfolge

Zuerst der Kaufvertrag und die Papiere: Fahrzeugbrief beziehungsweise Zulassungsbescheinigung Teil I und II, Übereinstimmungsbescheinigung und Serviceheft. Ohne die Übereinstimmungsbescheinigung wird die Prüfung in der Schweiz deutlich aufwendiger.

Dann die Überführung, entweder auf einem Transporter oder mit einer Ausfuhrkennzeichen-Lösung des Verkäuferlands. Anschliessend die Verzollung an der Grenze, danach das Formular 13.20 A und die Vorführung bei der Motorfahrzeugkontrolle. Erst am Ende steht die Zulassung mit Kennzeichen und Versicherung.

Plane für den gesamten Ablauf zwei bis sechs Wochen ein, abhängig davon, wie schnell du bei der Motorfahrzeugkontrolle einen Termin bekommst.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Lass dir die Fahrzeug-Identifikationsnummer vorab geben und prüfe sie. Bestehe darauf, das Fahrzeug vor der Zahlung zu sehen, oder beauftrage eine Prüforganisation vor Ort — die Kosten dafür sind niedrig im Verhältnis zum Risiko.

Kaufe bei einem gewerblichen Händler, wenn du Gewährleistung willst: Bei einem Privatkauf ist sie in den meisten Ländern wirksam ausgeschlossen, und ein Anspruch, den du im Ausland durchsetzen müsstest, ist in der Praxis wenig wert.