Fahrzeug kaufen · 4 Min. Lesezeit

Mehrwertsteuer beim Fahrzeugkauf verstehen

Was „MwSt. ausweisbar“ bedeutet, wann du sie zurückholen kannst und warum zwei gleich teure Fahrzeuge unterschiedlich viel kosten können.

Der Unterschied, der im Inserat steht

Bei gewerblichen Fahrzeugen findest du oft den Hinweis „MwSt. ausweisbar“ oder eine Angabe wie „inkl. 19 % MwSt.“. Das heisst: Der Händler weist die Steuer auf der Rechnung getrennt aus.

Fehlt dieser Hinweis, wird das Fahrzeug in der Regel differenzbesteuert verkauft. Der Händler versteuert dann nur seine Marge, und du kannst keine Vorsteuer geltend machen.

Für wen das einen Unterschied macht

Für Privatpersonen ist beides gleich: Du zahlst den Endpreis, der im Inserat steht, und holst dir nichts zurück.

Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ist der Unterschied erheblich. Bei einem ausgewiesenen Fahrzeug für 23 800 Euro inklusive 19 Prozent Steuer sind 3 800 Euro Vorsteuer — die effektiven Kosten liegen bei 20 000 Euro. Ein differenzbesteuertes Fahrzeug zum selben Preis kostet tatsächlich 23 800 Euro.

Vergleiche als Unternehmen deshalb nie die Bruttopreise zweier Inserate, ohne auf diese Angabe zu schauen.

Beim grenzüberschreitenden Kauf

Kauft ein Unternehmen ein Fahrzeug in einem anderen EU-Land, kann die Lieferung unter Voraussetzungen steuerfrei erfolgen; die Erwerbsbesteuerung findet dann im eigenen Land statt. Für Neufahrzeuge gelten dabei eigene Regeln, die auch für Privatpersonen greifen.

Das ist ein Bereich, in dem ein Fehler teuer wird. Sprich vor einem grenzüberschreitenden Kauf mit deiner Treuhandstelle — dieser Artikel ersetzt diese Beratung nicht.