Fahrzeug kaufen · 7 Min. Lesezeit

Gebrauchtwagen prüfen: die Besichtigung in 30 Minuten

Was du bei der Besichtigung in welcher Reihenfolge anschaust, welche Fragen du stellst und woran du erkennst, dass du besser gehst.

Vor der Fahrt zum Verkäufer

Lass dir die Fahrzeug-Identifikationsnummer geben und vergleiche sie später mit der im Fahrzeug. Frag nach dem Serviceheft, dem Datum der letzten Prüfung und danach, ob das Fahrzeug einen Unfallschaden hatte. Notiere dir die Antworten — sie sind später der Massstab.

Vereinbare die Besichtigung bei Tageslicht und trockenem Wetter. Auf einem nassen Auto sieht man keine Lackunterschiede, und in der Dämmerung keine Spaltmasse.

Aussen

Geh einmal ums Fahrzeug und schau entlang der Karosserie, nicht frontal darauf: Wellen im Blech und Farbunterschiede sieht man nur im flachen Winkel. Prüfe die Spaltmasse zwischen Türen, Hauben und Kotflügeln — unterschiedliche Abstände deuten auf eine Reparatur nach einem Unfall.

Kontrolliere die Reifen: gleiche Marke rundum, Profiltiefe, Alter an der DOT-Nummer, einseitiger Abrieb. Ungleichmässiger Abrieb heisst Achsvermessung oder ein Fahrwerksschaden.

Schau unter das Fahrzeug, wenn es geht. Feuchte, dunkle Stellen an Motor und Getriebe sind Undichtigkeiten; oberflächlicher Flugrost am Unterboden ist normal, blätternder Rost an tragenden Teilen nicht.

Innen und Motorraum

Vergleiche den Zustand von Lenkrad, Pedalgummis und Fahrersitz mit dem abgelesenen Kilometerstand. Ein durchgesessener Sitz bei 60 000 Kilometern passt nicht zusammen.

Schalte die Zündung ein und beobachte die Kontrollleuchten: Sie müssen aufleuchten und nach dem Start ausgehen. Eine Leuchte, die gar nicht erst angeht, wurde möglicherweise entfernt.

Im Motorraum: Ölstand und Ölfarbe, Kühlmittelstand, Zustand der Schläuche. Auffällig frisch gereinigte Motorräume verdienen einen zweiten Blick — sie können auch dazu dienen, Leckagen zu verbergen.

Probefahrt

Fahre mindestens zwanzig Minuten und darin sowohl Stadt als auch Landstrasse. Achte auf Geräusche beim Lenken im Stand, auf Vibrationen ab 80 km/h und darauf, ob das Fahrzeug beim Bremsen geradeaus läuft.

Fahre ein Stück mit ausgeschaltetem Radio und geöffnetem Fenster. Lager- und Antriebsgeräusche hört man so am ehesten.

Wann du besser gehst

Wenn der Verkäufer eine Probefahrt verweigert, wenn die Papiere nicht auf ihn lauten und er das nicht plausibel erklären kann, wenn die Fahrgestellnummer im Fahrzeug nicht mit den Papieren übereinstimmt, oder wenn Druck aufgebaut wird, sofort zu entscheiden.

Ein gutes Fahrzeug verträgt es, dass du noch einmal darüber schläfst. Wer dir das ausreden will, hat einen Grund dafür.