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Import

Auto in die Schweiz importieren: was dazukommt

8 Min. Lesezeit

Der Preisunterschied zwischen zwei Märkten sagt wenig, solange man nicht weiss, was bis zum Schweizer Kennzeichen noch dazukommt. Dieser Beitrag geht die Posten der Reihe nach durch — und nennt die zwei, an denen die Rechnung am häufigsten kippt.

Warum die Rechnung überhaupt aufgeht

Dasselbe Modell mit derselben Ausstattung wird in verschiedenen europäischen Märkten unterschiedlich bewertet. Das hat nichts mit der Qualität des Fahrzeugs zu tun, sondern mit Angebot, Nachfrage und der jeweiligen Steuerlogik. Ein Kombi mit grossem Dieselmotor ist dort teurer, wo er gefragt ist, und günstiger, wo die Steuer ihn bestraft.

Für einen Käufer heisst das: Der Vergleich lohnt sich, aber nur mit der vollständigen Rechnung. Wer nur die zwei Inseratspreise nebeneinanderlegt, vergleicht zwei Zahlen, die nicht dasselbe bedeuten.

Die Posten der Reihe nach

Zum Kaufpreis kommen bei einer Einfuhr in die Schweiz mehrere Positionen. Die genauen Sätze legt der Bund fest und sie ändern sich; die Reihenfolge und die Bemessungsgrundlage bleiben aber gleich, und schon die genügt, um eine Rechnung aufzustellen.

  • Zoll, bemessen nach dem Gewicht des Fahrzeugs — nicht nach seinem Wert.
  • Die Automobilsteuer, ein Prozentsatz auf den Fahrzeugwert.
  • Die Einfuhrsteuer auf die Summe aus Kaufpreis, Transport, Zoll und Automobilsteuer — sie wird also auf die anderen Abgaben mitberechnet.
  • Die Prüfung und die Zulassung im Wohnkanton, dazu Kennzeichen und Versicherung.
  • Der Transport, ob als Überführungsfahrt mit Tageskennzeichen oder auf einem Anhänger.

Die zwei Punkte, an denen die Rechnung kippt

Der erste ist die Übereinstimmungsbescheinigung. Fahrzeuge mit europäischer Typengenehmigung lassen sich vergleichsweise unkompliziert zulassen; fehlt das Papier oder handelt es sich um einen Direktimport von ausserhalb Europas, wird eine Einzelabnahme nötig. Die kostet Zeit und Geld, und bei einem älteren Fahrzeug kann sie den ganzen Preisvorteil aufzehren.

Der zweite ist die Abgasnorm im Zusammenspiel mit der kantonalen Fahrzeugsteuer. Mehrere Kantone bemessen die Steuer nach Hubraum, Gewicht oder CO₂-Ausstoss, und die Unterschiede zwischen den Kantonen sind erheblich. Ein Fahrzeug, das im einen Kanton günstig im Unterhalt ist, ist es im nächsten nicht.

Wie du realistisch rechnest

Nimm den Inseratspreis, schlage den Transport auf und rechne die drei Abgaben nach den aktuellen Sätzen des Bundes dazu — die stehen auf der Seite des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit und sind der einzige verlässliche Ort dafür. Addiere Prüfung, Zulassung und einen Reservebetrag für das, was bei der Prüfung beanstandet wird. Erst diese Summe ist mit dem Schweizer Inseratspreis vergleichbar.

Eine Faustregel, die sich bewährt hat: Wenn der Unterschied nach dieser Rechnung unter etwa zehn Prozent liegt, lohnt der Aufwand meist nicht — zu viele Unwägbarkeiten, zu viel eigene Zeit. Liegt er deutlich darüber, wird es interessant.

Was du vor der Fahrt klärst

Frag den Verkäufer vorab nach der Übereinstimmungsbescheinigung, dem vollständigen Serviceheft und der Zulassungsbescheinigung Teil II. Kläre, ob das Fahrzeug schon einmal im Ausland zugelassen war. Und vereinbare, wie du zahlst: Barzahlung über eine Grenze hinweg unterliegt Meldepflichten, und ein Verkäufer, der ausschliesslich bar will, ist ein Grund für eine Rückfrage.

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