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Gebrauchtes Elektroauto: Die Batterie ist der halbe Kaufpreis
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Bei einem gebrauchten Verbrenner prüft man ein Dutzend Dinge. Bei einem Elektroauto entscheidet eines davon fast alles — und es lässt sich auslesen, statt es zu schätzen.
Warum so viel weniger zu prüfen ist
Ein Elektroantrieb hat einen Bruchteil der beweglichen Teile eines Verbrenners. Es gibt keine Kupplung, keinen Zahnriemen, keinen Auspuff, keinen Partikelfilter und praktisch keinen Ölwechsel. Selbst die Bremsen halten länger, weil ein grosser Teil der Verzögerung über den Motor läuft — was allerdings dazu führt, dass Bremsscheiben eher rosten als verschleissen.
Was bleibt, ist die Batterie. Sie ist das teuerste Bauteil des Fahrzeugs, und ihr Zustand bestimmt Reichweite, Ladeverhalten und Wiederverkaufswert gleichzeitig.
Was du dir zeigen lässt
Die verbleibende Kapazität lässt sich auslesen — je nach Hersteller über das Fahrzeugmenü, über die App oder in der Vertragswerkstatt. Lass dir das Protokoll zeigen, nicht die Reichweitenanzeige im Display: Die zeigt eine Schätzung aus dem letzten Fahrprofil und sagt über den Zustand der Batterie nichts.
Frag ausserdem nach der Batteriegarantie. Sie läuft bei den meisten Herstellern länger als die Fahrzeuggarantie und sichert eine Mindestkapazität über eine bestimmte Laufzeit oder Kilometerzahl zu. Massgeblich sind die konkreten Bedingungen des Herstellers — allgemeine Angaben helfen hier nicht weiter.
Ladeleistung schlägt Reichweite
Zwei Fahrzeuge mit derselben Batteriegrösse können auf einer langen Strecke völlig unterschiedlich brauchbar sein. Entscheidend ist, mit welcher Leistung sie laden und wie lange sie diese Leistung halten. Ein Fahrzeug, das mit fünfzig Kilowatt lädt, steht an der Säule doppelt so lange wie eines mit hundertfünfzig — bei gleicher Reichweite.
Winter, Wärmepumpe, Wirklichkeit
Im Winter sinkt die Reichweite, weil geheizt werden muss und die Batterie kalt weniger hergibt. Eine Wärmepumpe mildert das deutlich und ist bei gebrauchten Fahrzeugen ein Ausstattungspunkt, nach dem sich zu fragen lohnt — sie war bei vielen Modellen Aufpreis.
Der zweite Punkt ist banal und wird trotzdem übersehen: Kläre vor dem Kauf, wo du lädst. Ein Elektroauto ohne feste Lademöglichkeit zu Hause oder bei der Arbeit ist im Alltag deutlich unbequemer, und öffentliches Laden kostet ein Mehrfaches des Haushaltsstroms.