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Auto verkaufen: Wie du den Preis festlegst, ohne zu raten

6 Min. Lesezeit

Zu hoch angesetzt steht das Fahrzeug wochenlang und wird dabei billiger. Zu tief angesetzt ist es in zwei Tagen weg — und du hast Geld liegen lassen. Beides lässt sich vermeiden, wenn man weiss, wonach man vergleicht.

Vergleiche Angebote, nicht Schätzwerte

Der brauchbarste Anhaltspunkt sind Fahrzeuge, die gerade zum Verkauf stehen und deinem möglichst ähnlich sind: gleiches Modell, gleiche Motorisierung, ähnliches Baujahr, ähnliche Laufleistung. Nicht der Durchschnitt aller Angebote, sondern die fünf ähnlichsten.

Ein Onlinerechner liefert eine Zahl, aber er kennt weder den Zustand deines Fahrzeugs noch die Nachfrage in deiner Region. Er taugt als Plausibilitätsprüfung, nicht als Grundlage.

Was den Preis tatsächlich bewegt

Nicht alle Unterschiede zählen gleich viel. Diese fünf schlagen am stärksten durch:

  • Ein lückenloses Serviceheft — bei einem älteren Fahrzeug oft der grösste einzelne Faktor.
  • Eine frische Hauptuntersuchung oder MFK. Der Käufer spart sich damit ein Risiko, und das ist ihm etwas wert.
  • Automatikgetriebe, Anhängerkupplung und Allrad — je nach Region und Modell mehrere hundert bis über tausend.
  • Zwei Reifensätze mit ausreichend Profil. Der Käufer weiss, was ein Satz kostet.
  • Die Zahl der Vorbesitzer. Sie lässt sich nicht ändern, erklärt aber, warum zwei sonst gleiche Fahrzeuge unterschiedlich bewertet werden.

Der Verhandlungsspielraum

Setze den Preis knapp über dem, was du erzielen willst — aber nur knapp. Ein Aufschlag von fünf Prozent gibt dir Spielraum, ohne dass dein Inserat in den Filterergebnissen der Käufer verschwindet. Wer zwanzig Prozent aufschlägt, wird von den meisten gar nicht erst gesehen, weil sein Fahrzeug über der Preisgrenze liegt, die der Käufer eingestellt hat.

Achte auf runde Grenzen. Ein Fahrzeug für 10 200 erscheint nicht, wenn jemand „bis 10 000“ filtert — und das tun viele. Zweihundert weniger können mehr Anfragen bedeuten als zweihundert mehr im Preis wert sind.

Fotos entscheiden mit

Ein Inserat mit zwanzig ordentlichen Fotos bekommt mehr Anfragen als eines mit vier. Fotografiere bei bedecktem Himmel oder im Schatten, nicht in praller Sonne, und zeige auch die Stellen, an denen etwas ist — ein sichtbarer Kratzer im Bild kostet weniger Vertrauen als einer, den der Käufer bei der Besichtigung entdeckt.

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