Verkaufen
Auto verkaufen: die Reihenfolge, die Geld spart
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Die meisten privaten Verkäufe verlieren nicht beim Verhandeln Geld, sondern vorher: beim Preis, der falsch angesetzt ist, und beim Inserat, das keine Anfragen bringt. Diese Reihenfolge räumt beides aus dem Weg.
Zuerst die Unterlagen
Bevor du irgendetwas schreibst, leg alles zusammen, was zum Fahrzeug gehört. Was fehlt, drückt den Preis — und zwar mehr, als seine Beschaffung kostet. Ein Serviceheft, das beim Verkauf auftaucht, ist mehrere hundert Franken wert; eines, das erst nachgereicht werden soll, ist es nicht.
- Fahrzeugausweis beziehungsweise Zulassungsbescheinigung Teil I und II.
- Serviceheft und die Rechnungen der letzten grösseren Arbeiten.
- Letzter Prüfbericht — und wenn die nächste Prüfung ansteht, die ehrliche Angabe wann.
- Alle Schlüssel. Ein fehlender Zweitschlüssel kostet beim Nachmachen dreistellig und im Verkaufsgespräch mehr.
- Zubehör: Winterreifen, Dachträger, Ladekabel, Bordwerkzeug, Handbücher.
Den Preis aus dem Markt ableiten
Such fünf bis zehn vergleichbare Fahrzeuge: gleiches Modell, Jahrgang plus minus ein Jahr, Kilometerstand plus minus zwanzigtausend. Nimm den mittleren Preis dieser Gruppe als Ausgangspunkt und korrigiere nach oben oder unten für das, was deines besser oder schlechter macht.
Der häufigste Fehler ist ein grosser Verhandlungspuffer. Er hilft nicht, weil Käufer nach Preisgrenzen filtern: Wer bei zehntausend die Obergrenze setzt, sieht ein Fahrzeug für 10 500 gar nicht erst. Fünf Prozent Puffer sind genug.
Das Inserat
Acht bis fünfzehn Fotos bei Tageslicht, aussen ringsum, innen, Kofferraum und Tacho. Mängel mitfotografieren — das klingt widersinnig, bringt aber ernsthaftere Interessenten und erspart die Diskussion bei der Besichtigung.
Im Text zuerst die harten Fakten, dann die Ausstattung, dann der Zustand. Wer sein Auto in drei Sätzen lobt, bevor er den Kilometerstand nennt, wird überblättert.
Besichtigung und Probefahrt
Tageslicht, öffentlicher Ort, und die Unterlagen liegen bereit. Bei der Probefahrt lässt du dir den Führerausweis zeigen und fährst mit. Prüfe vorher, ob deine Versicherung eine Probefahrt durch Dritte deckt — bei vielen Policen ist das der Fall, aber nicht bei allen.
Vertrag, Geld, Schlüssel
Schriftlicher Kaufvertrag in zwei Ausfertigungen mit Fahrgestellnummer, Kilometerstand, Datum, Uhrzeit und der Klausel «verkauft wie besichtigt, unter Ausschluss jeder Gewährleistung». Bekannte Mängel gehören einzeln hinein — der Ausschluss gilt nicht für das, was du wusstest und nicht gesagt hast.
Geld vor Schlüssel, ohne Ausnahme. Bargeld bei der Bank zählen und prüfen lassen, oder auf die Gutschrift warten. Ein Zahlungsbeleg auf dem Handy des Käufers ist kein Geld.
Zum Schluss: Fahrzeug abmelden oder Schilder übergeben, Versicherung informieren, und die Vertragskopie aufbewahren. Solange das Auto auf dich zugelassen ist, gehören dir auch die Bussen des neuen Fahrers.