Antrieb
Diesel, Benziner oder Elektro — die Rechnung
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Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten, aber sie lässt sich rechnen. Entscheidend sind vier Grössen: deine Jahresfahrleistung, dein Fahrprofil, ob du zu Hause laden kannst, und wie lange du das Auto behalten willst.
Die vier Grössen
Bevor irgendein Antrieb infrage kommt, brauchst du deine eigenen Zahlen. Sie stehen im Serviceheft und auf dem letzten Prüfbericht — Kilometerstand geteilt durch die Jahre seit Erstzulassung ergibt deine tatsächliche Jahresfahrleistung, und die ist bei den meisten niedriger als geschätzt.
- Jahresfahrleistung: unter 10 000, zwischen 10 000 und 25 000, oder darüber.
- Fahrprofil: überwiegend Kurzstrecke in der Stadt oder überwiegend Autobahn.
- Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz — ja oder nein.
- Geplante Haltedauer. Unter drei Jahren dominiert der Wertverlust alles andere.
Wann ein Diesel sich rechnet
Der Diesel verbraucht weniger, kostet in der Anschaffung mehr und ist in der Wartung teurer — Partikelfilter, Abgasrückführung und Einspritztechnik sind Posten, die ein Benziner nicht hat. Die Mehrkosten holt er nur über die Strecke wieder herein. Als Faustregel gilt seit Jahren eine Grenze um zwanzigtausend Kilometer im Jahr; darunter rechnet er sich selten.
Der zweite Punkt ist das Fahrprofil. Ein Diesel, der überwiegend Kurzstrecke fährt, bekommt den Partikelfilter nie richtig frei — die Regeneration braucht Betriebstemperatur über längere Zeit. Ein Stadtdiesel ist deshalb nicht nur unwirtschaftlich, sondern anfällig.
Wann ein Elektroauto sich rechnet
Die entscheidende Frage ist nicht die Reichweite, sondern die Lademöglichkeit. Wer zu Hause laden kann, zahlt den Haushaltstarif und fährt sehr günstig. Wer ausschliesslich auf öffentliche Schnellladesäulen angewiesen ist, zahlt ein Vielfaches davon — und die Rechnung sieht völlig anders aus.
Beim Gebrauchtkauf kommt ein zweiter Faktor dazu: der Zustand der Batterie. Er ist der wichtigste einzelne Wertfaktor und lässt sich auslesen. Ein Fahrzeug ohne Nachweis über den Batteriezustand kaufst du auf gut Glück, und das bei dem teuersten Bauteil des Autos.
Was regelmässig vergessen wird
Die meisten Vergleiche rechnen Verbrauch gegen Verbrauch und hören dort auf. Die Posten, die den Unterschied tatsächlich machen, stehen weiter unten in der Rechnung.
- Wertverlust. Bei einem jungen Fahrzeug ist er der grösste Einzelposten und übertrifft die Treibstoffkosten meist deutlich.
- Versicherung. Die Einstufung unterscheidet sich zwischen den Antriebsarten und zwischen den Modellen erheblich — vor dem Kauf eine Offerte einholen.
- Fahrzeugsteuer. Sie wird je nach Land und Region nach Hubraum, Gewicht oder CO₂ bemessen, und die Unterschiede sind gross.
- Reifen. Schwere Fahrzeuge — dazu zählen die meisten Elektroautos — verbrauchen sie schneller, und die Grössen sind teurer.
- Anstehende Wartung. Ein Zahnriemenwechsel oder ein fälliger grosser Service verschiebt jede Rechnung.
Und der Hybrid?
Ein Vollhybrid ohne Stecker ist im Stadtverkehr sparsam und braucht keine Ladeinfrastruktur — für Kurzstrecke oft die vernünftigste Wahl. Ein Plug-in-Hybrid dagegen rechnet sich nur, wenn er tatsächlich regelmässig geladen wird; ungeladen fährt er einen schweren Akku spazieren und verbraucht mehr als der vergleichbare Benziner.