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Gebrauchtwagen aus Österreich

Österreich ist ein kleiner Markt mit einer Abgabe, die man ihm ansieht. Die Normverbrauchsabgabe wird bei der Erstzulassung fällig und bemisst sich am CO₂-Wert, nicht am Kaufpreis — deshalb war hier neu teuer, was anderswo bloss gross war, und deshalb ist der gebrauchte Bestand bei sparsamen Motorisierungen dicht und bei grossen Benzinern dünn. Wo solche Fahrzeuge dennoch stehen, sind sie häufig aus Deutschland hereingeholt worden, und dann gehört ein österreichisches Papier zu einem Auto, dessen erste Jahre woanders stattgefunden haben. Dazu kommt das Gelände: Der grössere Teil des Landes ist Bergland, und das sieht man einem Fahrzeug früher an als den Kilometern.

Worauf es ankommt

  • Das Pickerl: Die Begutachtung nach §57a wird als Plakette in der Windschutzscheibe dokumentiert, die Lochung nennt den Fälligkeitszeitpunkt. Aussagekräftig ist aber das Gutachten dahinter — es listet die Beanstandungen einzeln, die Plakette nur ein Datum.
  • Herkunft: Viele Fahrzeuge hier sind Zukäufe aus Deutschland, weil dort die Motorisierungen vorhanden sind, die die NoVA in Österreich verteuert hat. Im österreichischen Papier steht dann das österreichische Zulassungsdatum — Baujahr und frühe Serviceeinträge liegen nur in den alten Unterlagen.
  • Bergbetrieb: Lange Gefälle belasten Bremsen und Automatikgetriebe, Kehren die Kupplung, und Passstrassen werden im Winter gesalzen. Bei einem Fahrzeug aus Tirol, Salzburg oder Kärnten sagt ein Blick unter den Wagen und auf die Bremsscheiben mehr als der Zähler.
  • Über die Grenze: Innerhalb der EU wechselt ein gebrauchtes Fahrzeug ohne Zollanmeldung das Land, in die Schweiz oder nach Liechtenstein ist es Drittlandsware. In der Gegenrichtung entscheidet die NoVA über die Rechnung — der Ablauf mit Genehmigungsdatenbank und Zulassung beim Versicherer steht im Einfuhrleitfaden unten.

Zu dieser Auswahl steht gerade nichts im Bestand

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Wie in Österreich danach gesucht wird

Gebrauchtwagen heisst dort:
Gebrauchtwagen
Die technische Prüfung heisst:
Pickerl
Das Fahrzeugpapier heisst:
Zulassungsschein

Diese Begriffe stehen in den Papieren und in jedem Inserat aus Österreich — wer ein Fahrzeug von dort prüft, sollte sie kennen. Nach dem Stand der Pickerl fragt man am besten, bevor man hinfährt.

Weiterführend

Häufige Fragen

Der Wagen hat ein frisches Pickerl. Was sagt mir das?
Dass es am Prüftag in Ordnung war, und sonst nichts. Lies das Gutachten statt der Plakette: Es nennt die Punkte, die beanstandet und behoben wurden, und es hält den Kilometerstand am Prüftag fest — dieser Eintrag lässt sich mit dem Zähler vor dir vergleichen, und das ist der schnellste Plausibilitätstest, den ein österreichisches Fahrzeug hergibt. Eine Prüfung unmittelbar vor dem Inserat kann bedeuten, dass der Verkäufer den Aufwand bereits getragen hat; sie kann auch bedeuten, dass das Fahrzeug genau dafür hergerichtet wurde. Der Unterschied steht im Bericht, nicht in der Scheibe.
Das Fahrzeug war ursprünglich in Deutschland zugelassen. Ist das ein Nachteil?
Kein Nachteil, aber eine geteilte Akte. Das österreichische Papier beginnt mit der Zulassung hier, nicht mit dem Bau des Fahrzeugs; Erstzulassung, Scheckheft und die Berichte der deutschen Hauptuntersuchungen gehören zur ersten Hälfte und müssen gesondert verlangt werden. Fehlt diese Hälfte, fehlt genau der Zeitraum, in dem ein Kilometerstand unbemerkt entstehen könnte. Frag nach den alten Unterlagen, bevor du über den Preis redest — nicht danach.

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