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Diesel

Der Diesel ist ein Antrieb für eine bestimmte Nutzung, und ausserhalb davon ist er der teuerste Weg, ein Auto zu fahren. Er will Strecke unter Last: Dann hält er lange, verbraucht wenig und zieht schwer — bei Anhängerbetrieb und langen Autobahnfahrten gibt es bis heute nichts Besseres in dieser Preisklasse. Kurzstrecke, reinen Stadtbetrieb und lange Standzeiten nimmt er dagegen übel, und zwar an Bauteilen, von denen jedes einzelne mehr kostet, als mehrere Jahre Treibstoffersparnis einbringen. Die Frage ist deshalb nie, ob ein Diesel gut ist, sondern ob deine Strecke zu ihm passt.

Worauf es ankommt

  • Die Rechnung ist eine Differenzrechnung, und du kannst sie selbst aufstellen: Mehrpreis beim Kauf plus die Differenz bei der Motorfahrzeugsteuer, wo sie nach Hubraum oder Abgaswert bemessen wird, gegen die Ersparnis pro Kilometer aus Verbrauchsdifferenz und Preisdifferenz an der Säule. Setz deine eigenen Werte ein und lies ab, nach wie vielen Kilometern sich beides schneidet — der Schnittpunkt ist die Antwort, keine Faustregel.
  • Die Abgasreinigung ist beim Diesel ein System aus mehreren Bauteilen: Partikelfilter, Abgasrückführung und bei neueren zusätzlich ein Katalysator mit Harnstofflösung samt Tank, Pumpe und Dosierdüse. Jedes davon braucht Betriebstemperatur, und jedes davon ist einzeln teuer. Die Frage an den Verkäufer lautet deshalb nicht, ob das Fahrzeug gut läuft, sondern wie es gefahren wurde.
  • Bei hoher Laufleistung stehen zwei Posten an, die man kennen sollte: das Zweimassenschwungrad und die Einspritzdüsen. Ein Diesel mit vielen Kilometern und lückenloser Wartung ist trotzdem ein gutes Fahrzeug — einer mit wenigen Kilometern aus Kurzstreckenbetrieb ist das Gegenteil. Hier ist die niedrige Laufleistung kein Vorteil, sondern der Hinweis auf genau die Nutzung, die dem Antrieb schadet.
  • Wo ein Dieselfahrzeug fahren darf, entscheidet die Abgasnorm und nicht das Baujahr. Städte mit Zufahrtsbeschränkungen stufen nach Norm ein; welche Norm ein Fahrzeug trägt, steht in den Fahrzeugpapieren, und welche Norm eine bestimmte Stadt gerade verlangt, veröffentlicht die Stadt selbst. Prüfe beides vor dem Kauf, wenn du regelmässig in eine solche Innenstadt fährst.

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Häufige Fragen

Ist ein Diesel mit hoher Laufleistung riskant?
Die Zahl auf dem Tacho allein sagt wenig. Was zählt, ist die Art der Kilometer und ihre Dokumentation: Autobahnkilometer bei gleichmässiger Last sind die schonendste Betriebsart, die es für diesen Motor gibt, und ein Fahrzeug aus dem Aussendienst mit vollständigem Serviceheft ist in aller Regel besser beieinander als ein Stadtfahrzeug mit der Hälfte der Kilometer. Prüfe die Einträge auf gleichmässige Abstände, frag nach dem Ölverbrauch und lass den Fehlerspeicher auslesen — dort stehen abgebrochene Regenerationen des Partikelfilters, auch wenn gerade keine Lampe leuchtet.
Verliert ein Diesel schneller an Wert?
Nicht überall gleich, und das ist der Punkt. In Märkten mit vielen Zufahrtsbeschränkungen ist der Kreis der Käufer für ältere Dieselfahrzeuge enger geworden, und das zeigt sich zuerst an der Standzeit und erst danach am Preis. In Märkten mit langen Distanzen und wenig Innenstadtverkehr ist die Nachfrage stabil. Für dich heisst das zweierlei: Kauf dort, wo das Angebot gross ist, und plan beim Verkauf ein, dass ein Diesel länger stehen kann als ein vergleichbarer Benziner — oder verkauf ihn in den Markt, in dem er gefragt ist.

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