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Hinterradantrieb

Heckantrieb teilt die Aufgaben auf: Vorne wird gelenkt, hinten geschoben. Daraus folgen die Eigenschaften, wegen derer man ihn wählt — eine unverfälschte Lenkung, ein oft kleinerer Wendekreis und beim Beschleunigen eine Lastverteilung, die in die richtige Richtung arbeitet. Dafür gibt es eine Kardanwelle, ein Hinterachsdifferenzial mit eigenem Öl und einen Tunnel durch den Innenraum. Im Winter ist er nicht gefährlich, aber er verzeiht weniger: Wo ein Fronttriebler sich zieht, muss ein Hecktriebler sich schieben, und das verlangt Winterreifen auf allen vier Rädern und einen ruhigeren Fuss.

Worauf es ankommt

  • Zusätzliche Teile heissen zusätzliche Geräuschquellen. Kardanwelle mit Mittellager und Gelenken sowie das Hinterachsdifferenzial sind die üblichen Verdächtigen: Ein Vibrieren, das mit der Geschwindigkeit steigt und vom eingelegten Gang unabhängig ist, kommt fast immer von dort. Auf der Probefahrt im Rollen bei höherem Tempo zu prüfen, nicht unter Last.
  • Die Reifenrechnung sieht anders aus. Viele heckgetriebene Fahrzeuge fahren hinten breiter als vorn; dann lassen sich die Räder nicht über Kreuz tauschen, und die Hinterreifen sind deutlich früher fällig. Prüfe die Reifengrössen vorn und hinten im Fahrzeugausweis, bevor du den Unterhalt schätzt.
  • Im Winter ist der kritische Moment das Anfahren an der Steigung, nicht die Fahrt selbst. Hilfreich ist, was Gewicht auf die Hinterachse bringt — bei einem Kombi ist das die Zuladung, die dem Fronttriebler gerade schadet. Winterreifen sind hier keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Bauart überhaupt in Frage kommt.
  • Viele Elektroautos mit nur einem Motor treiben hinten an. Wer Heckantrieb wegen des Fahrverhaltens sucht, findet ihn dort ohne Kardanwelle, ohne Differenzialöl und ohne den Verbrauchsnachteil, den die zusätzlichen Teile bei einem Verbrenner mitbringen — der Motor sitzt direkt an der Achse.

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Häufige Fragen

Ist Heckantrieb im Schnee ein Problem?
Mit Winterreifen auf allen vier Rädern und funktionierendem ESP nein. Was sich ändert, ist die Anfahrsituation: Auf glatter Steigung braucht es einen feineren Gasfuss, weil die angetriebene Achse weniger Gewicht trägt als beim Fronttriebler. Zwei Dinge helfen zuverlässig — Last im Kofferraum und ein Fahrmodus, der die Kraft sanfter zuteilt. Was dagegen nicht hilft, ist Leistung: Ein starker Hecktriebler auf Ganzjahresreifen ist im Schnee die schlechteste aller Kombinationen.
Warum ist der Wendekreis bei Heckantrieb oft kleiner?
Weil die Vorderräder keine Antriebskraft übertragen müssen. Bei einem Fronttriebler begrenzen die Gelenke der Antriebswellen den maximalen Lenkeinschlag — jenseits eines bestimmten Winkels laufen sie nicht mehr rund. Ohne diese Einschränkung dürfen die Räder weiter einschlagen, und daraus wird beim Rangieren ein spürbarer Unterschied, der zur restlichen Bauart im Widerspruch zu stehen scheint: ein grösseres Fahrzeug, das in eine engere Lücke passt.

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