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Vollhybrid

Ein Vollhybrid wird nicht an der Steckdose geladen. Er gewinnt seine Ersparnis aus dem, was ein Verbrenner sonst als Wärme wegwirft — der Bremsenergie — und gibt sie beim Anfahren zurück. Daraus folgt alles Weitere, und zwar sehr direkt: Er spart dort, wo oft gebremst und wieder angefahren wird, und fast nichts auf der gleichmässig befahrenen Autobahn. Wer überwiegend Überland fährt, kauft Technik und Gewicht, die sich über seine Strecke nicht einfahren. Wer in der Stadt oder auf kurvigen Landstrassen unterwegs ist, kauft den sparsamsten Antrieb, der ohne Ladeinfrastruktur auskommt.

Worauf es ankommt

  • Die Ersparnis entsteht pro Bremsvorgang, nicht pro Kilometer. Das lässt sich vorher abschätzen: Je mehr Verzögerungen deine typische Strecke enthält, desto grösser der Vorteil. Eine Fahrt mit zwanzig Ampeln bringt mehr als eine doppelt so lange ohne eine einzige.
  • Weil überwiegend der Elektromotor verzögert, arbeitet die Reibbremse selten — und rostet dadurch fest. Bei einem gebrauchten Hybrid gehören Bremsscheiben, Sättel und Führungsbolzen deshalb zur Pflichtprüfung; ein festsitzender Sattel ist hier häufiger als eine abgefahrene Scheibe.
  • Die Hochvoltbatterie ist klein und wird in einem engen Ladefenster betrieben, nie ganz voll und nie ganz leer. Sie altert deshalb langsamer als eine grosse Traktionsbatterie, die täglich durchgefahren wird. Lass dir trotzdem die Garantiebedingungen zeigen und das System in der Werkstatt auslesen — die Zellspannungen sagen mehr als jede Zusicherung.
  • Die kleine 12-Volt-Batterie ist bei vielen Hybriden der häufigste Grund für ein Fahrzeug, das nicht anspringt. Sie dreht keinen Anlasser, sondern weckt das System — und wenn sie schwach ist, startet gar nichts, obwohl die grosse Batterie voll ist. Ein Fahrzeug, das oft lange steht, verbraucht sie schneller.

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Häufige Fragen

Muss ein Vollhybrid geladen werden?
Nein. Er lädt sich selbst — beim Verzögern und, wenn nötig, über den Verbrennungsmotor. Es gibt keinen Anschluss, kein Kabel und keine Ladekarte, und genau das ist sein Argument gegenüber einem Plug-in: Er funktioniert ohne eigenen Stellplatz mit Strom. Der Preis dafür ist eine kleine Batterie und damit eine rein elektrische Reichweite, die für das Anfahren und den Schleichverkehr reicht und für sonst nichts.
Lohnt sich ein Hybrid auch bei wenig Kilometern?
Eher als ein Diesel, und aus einem klaren Grund: Die Ersparnis hängt an den Bremsvorgängen und nicht an der Strecke, und wer wenig fährt, fährt meistens genau die Art von Strecke, auf der der Hybrid gewinnt — kurz, städtisch, mit vielen Halten. Der Mehrpreis beim Kauf bleibt trotzdem und will eingefahren werden. Rechne deshalb nicht mit dem Verbrauchsunterschied pro hundert Kilometer, sondern mit dem Unterschied pro Jahr auf deiner tatsächlichen Fahrleistung, und setz den ins Verhältnis zum Aufpreis.

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