Kosten
Kaufpreis in fremder Währung: Kurs, Spesen, Zeitpunkt
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Wer mit Franken, Zloty, Kronen, Forint oder Lei ein Fahrzeug in Euro kauft — oder umgekehrt —, bezahlt nicht den Preis im Inserat, sondern diesen Preis zu einem Kurs, an einem Tag, über einen Weg. Jede dieser drei Angaben verschiebt den Betrag, und alle drei lassen sich vorher festlegen.
Der umgerechnete Preis ist eine Orientierung
Ein Inserat hat genau einen Preis: den des Verkäufers, in seiner Währung. Auf Carvexia steht er so auf der Fahrzeugseite. Werden dir Preise in einer anderen Währung angezeigt — von dir gewählt oder nach deinem Standort erkannt —, steht darunter eine zweite Zeile mit dem ungefähren Betrag in dieser Währung. Diese Zeile ist ein Richtwert und kein Angebot. Sie beruht auf einem hinterlegten Kurs und sagt dir, in welcher Grössenordnung das Fahrzeug liegt — nicht, was am Ende von deinem Konto abgeht.
Dasselbe gilt für die Preisfilter in der Suche: Fahrzeuge in anderen Währungen werden dort zum hinterlegten Kurs umgerechnet, damit sich Märkte vergleichen lassen. Ein Fahrzeug knapp über deiner Obergrenze kann deshalb zum Kurs deiner Bank darunter liegen und umgekehrt. Setz die Grenze bei einer Suche über mehrere Währungen lieber etwas weiter und rechne danach selbst.
Und dann gibt es noch einen Kurs, der mit deinem nichts zu tun hat. Führst du ein Fahrzeug über eine Zollgrenze ein, rechnet die Zollverwaltung den Wert mit ihrem eigenen, amtlich festgelegten Kurs um. Der Betrag, auf den die Einfuhrabgaben berechnet werden, weicht deshalb leicht von dem ab, was du tatsächlich bezahlt hast. Das ist kein Fehler, sondern Verfahren.
Woraus die Kosten einer Umrechnung bestehen
Die Kosten einer Zahlung in fremder Währung stehen selten in einer einzigen Zeile. Der grösste Posten ist meist unsichtbar: der Aufschlag auf den Kurs. Zwischen dem Mittelkurs, den Nachrichten und Referenzseiten zeigen, und dem Kurs, zu dem dir deine Bank die fremde Währung verkauft, liegt eine Spanne, die die Bank behält. Sie steht nicht als Gebühr auf dem Auszug, sondern steckt im Kurs, und bei einem Fahrzeugpreis macht sie schnell mehr aus als alle sichtbaren Gebühren zusammen.
Weil sich Aufschlag und Gebühren je nach Weg ganz verschieden zusammensetzen, brauchst du für den Vergleich nicht die einzelne Gebühr, sondern eine einzige Zahl: Wie viel musst du in deiner Währung aufwenden, damit der vereinbarte Betrag in der Währung des Verkäufers vollständig ankommt? Frag diese Zahl bei zwei, drei Wegen am selben Tag ab und vergleiche sie mit dem Mittelkurs dieses Tages. Die Differenz sind deine tatsächlichen Kosten.
Zum Aufschlag kommen sichtbare Posten, die je nach Weg anfallen oder nicht:
- Eine Überweisungsgebühr deiner Bank, fest oder abhängig vom Betrag.
- Bei Zahlungen ausserhalb des europäischen Euro-Zahlungsraums Gebühren von Banken, über die das Geld unterwegs läuft und die vom Betrag abgezogen werden.
- Eine Eingangsgebühr bei der Bank des Verkäufers, vor allem wenn sie selbst noch einmal umrechnen muss.
- Bei Zahlungsdiensten eine eigene Gebühr, die neben einem Kursaufschlag steht oder an seine Stelle tritt.
Bank, Zahlungsdienst, Konto in Fremdwährung
Der naheliegende Weg ist die Überweisung von deinem Konto in deiner Währung, bei der die Bank umrechnet. Er ist einfach und nachvollziehbar, aber selten der günstigste, weil der Kursaufschlag bei vielen Banken spürbar ist. Frag vor der Ausführung, welchen Kurs die Bank anwendet; im Onlinebanking wird er oft vor der Bestätigung angezeigt. Innerhalb der EU dürfen grenzüberschreitende Überweisungen in Euro nicht mehr kosten als vergleichbare Inlandsüberweisungen — die Umrechnung selbst fällt aber nicht darunter.
Ein Konto in der Fremdwährung trennt Umrechnung und Zahlung. Du tauschst, wann es dir passt, und überweist später in der Währung des Verkäufers, ohne dass am Zahlungstag noch ein Kurs ins Spiel kommt. In Ländern mit eigener Währung und viel Handel mit dem Euroraum bieten viele Banken solche Konten an. Zahlungsdienste mit Konten in mehreren Währungen arbeiten nach demselben Prinzip, oft mit einem kleineren Aufschlag als die Hausbank.
Bei grossen Beträgen haben Zahlungsdienste aber eigene Grenzen: Tageslimits, Prüfungen bei ungewöhnlich hohen Überweisungen, Rückfragen zur Herkunft des Geldes. Das ist berechtigt und kann eine Zahlung um Tage verzögern. Probier den Weg deshalb vorher mit einem kleinen Betrag aus und frag nach dem Limit, bevor du am Übergabetag mit dem Verkäufer am Tisch sitzt. Und überweise nie in deiner eigenen Währung in der Erwartung, dass die Bank des Verkäufers schon umrechnet: Dann weiss niemand, welcher Betrag ankommt, und der Fehlbetrag wird zum Streit.
Wann du den Kurs festlegst
Zwischen dem Tag, an dem ihr euch auf einen Preis einigt, und dem Tag, an dem du zahlst, bewegt sich der Kurs. Bei einem Fahrzeugpreis macht schon eine kleine Bewegung einen Betrag aus, über den man sonst verhandelt hätte. Das Risiko trägt, wer nicht in der Vertragswährung rechnet: Steht der Preis in Euro und hast du Franken, trägst du es, bis du getauscht hast.
Du kannst diese Bewegung nicht vorhersagen, aber du kannst entscheiden, wann dein Risiko endet. Tauschst du bei der Einigung und legst den Betrag auf ein Konto in der Fremdwährung, steht dein Preis fest, egal was danach passiert. Wartest du bis zum Zahlungstag, kann es günstiger oder teurer werden. Keine der beiden Varianten ist klüger; die erste ist nur berechenbar. Wer mit einem festen Budget kauft, fährt mit der Berechenbarkeit meist besser.
Für Betriebe bieten Banken Termingeschäfte an, mit denen sich ein Kurs für einen späteren Tag festlegen lässt; für einen einzelnen privaten Kauf ist das selten nötig. Praktischer sind zwei einfache Regeln. Tausch an einem Bankwerktag, denn am Wochenende sind die Devisenmärkte geschlossen, und manche Anbieter rechnen dann mit einem Aufschlag oder führen erst am nächsten Werktag aus. Und tausch rechtzeitig vor dem Übergabetag, damit die Überweisung in der Währung des Verkäufers am Termin sofort ausgelöst werden kann.
Die Währung im Vertrag
Im Kaufvertrag steht der Preis in genau einer Währung, in aller Regel der des Verkäufers. Dazu gehört ein Satz, was als bezahlt gilt: der volle Betrag in dieser Währung, gutgeschrieben auf seinem Konto. Damit ist geklärt, dass Umrechnung und Überweisungskosten bei dir liegen und dass ein Fehlbetrag wegen einer Gebühr unterwegs deine Sache ist, nicht seine. Welche weiteren Punkte ein Vertrag über die Grenze braucht, steht im Beitrag über den Kaufvertrag über die Grenze.
Vereinbart ihr ausnahmsweise, dass du in deiner Währung zahlst, braucht der Vertrag einen Kurs mit Quelle und Stichtag — etwa den Referenzkurs der Europäischen Zentralbank an einem genannten Tag — und eine Regel, wer die Kosten auf der Seite des Verkäufers trägt. «Zum Tageskurs» ohne Quelle führt genau zu der Diskussion, die der Vertrag verhindern sollte.
Auch der Weg gehört hinein: auf welches Konto, lautend auf wen. Der Kontoinhaber muss der Verkäufer sein. Eine Kontoverbindung in einem Land, mit dem weder er noch das Fahrzeug etwas zu tun haben, ist ein Grund innezuhalten — warum, steht im Beitrag über das Bezahlen im Ausland.
Anzahlung und Restzahlung
Eine Anzahlung verdoppelt das Kursproblem: zwei Zahlungen an zwei Tagen zu zwei Kursen. Damit am Ende kein Streit um einen Restbetrag entsteht, rechnet alles in der Vertragswährung. Die Anzahlung wird mit dem Betrag vermerkt, der beim Verkäufer angekommen ist, in seiner Währung. Die Restzahlung ist der Kaufpreis minus genau diesen Betrag — nicht minus das, was du in deiner Währung überwiesen hast.
Ob eine Anzahlung überhaupt sinnvoll ist, ist eine andere Frage, und die Antwort lautet meistens nein: Sie ist die Stelle, an der beim Kauf über die Grenze am meisten Geld verloren geht. Carvexia bietet keine Reservierung an und wickelt keine Zahlungen für Fahrzeuge ab; eine Anzahlung ist immer eine Vereinbarung direkt zwischen dir und dem Verkäufer. Wenn sie unvermeidlich ist, dann klein, gegen einen schriftlichen Vertrag und an ein Konto, das auf den Verkäufer lautet.
Und schreib hinein, was mit ihr geschieht, wenn der Kauf nicht zustande kommt: ob sie zurückgezahlt wird, in welcher Währung und wer die Kursdifferenz trägt. Eine Anzahlung, die in Euro geleistet wurde und in Franken zurückkommt, ist fast nie derselbe Betrag. Ohne Regel ist das eine Diskussion, mit Regel eine Überweisung.