Nachweise
Was die Nachweise zeigen — und was nicht
Wer ein Auto aus einem anderen Land kauft, sieht es oft erst spät. Carvexia hat drei Werkzeuge, mit denen ein Verkäufer mehr zeigen kann als Fotos und Text. Keines bedeutet, dass Carvexia Fahrzeug, Papiere oder Verkäufer untersucht hat. Jedes zeigt etwas Bestimmtes — hier steht genau, was.
Selbstauskunft
Auf der Fahrzeugseite: «Angaben des Verkäufers»
Feste Fragen mit festen Antworten, die der Verkäufer beantwortet: Anzahl Schlüssel, Zahnriemen, letzter Service mit Beleg, COC-Papier, Fahrzeugausweis beim Verkäufer, offenes Leasing, Hagel- oder Wasserschaden, Warnleuchten, Ausfuhr möglich, bekannte Mängel und einige mehr.
So funktioniert es
- Du kreuzt die Fragen im Anfrageformular an; der Verkäufer bekommt einen Link zum Beantworten, der 14 Tage gilt. Er kann sie auch von sich aus beim Inserat beantworten.
- Die Antworten sind Kennungen (Ja, Nein, eine Zahl, ein Monat). Deshalb stehen sie in jeder Sprache der Seite gleich da — ohne Übersetzung, die etwas verschieben könnte. Nur der Freitext zu bekannten Mängeln bleibt im Original.
Was es zeigt
- Was der Verkäufer zu genau dieser Frage angegeben hat, und an welchem Tag.
- Eine schriftliche Angabe, auf die du dich beziehen und die du in den Kaufvertrag übernehmen kannst.
Was es nicht zeigt
- Dass die Angabe stimmt. Carvexia untersucht sie nicht; sie bleibt eine Angabe des Verkäufers.
- Was der Verkäufer nicht beantwortet hat. Eine offene Frage ist offen, nicht «nein».
Wer was sieht: Die Antworten stehen öffentlich beim Inserat. Wer gefragt hat, steht nicht dabei.
Live-Nachweis mit Zufallscode
Auf der Fahrzeugseite: «Live-Nachweis am … erbracht»
Drei aktuelle Aufnahmen mit dem Telefon: die FIN mit einem Zettel, auf dem ein sechsstelliger Zufallscode steht, der Tacho bei eingeschalteter Zündung und die Front mit demselben Zettel. Der Code entsteht erst mit dem Start — Aufnahmen von früher können ihn nicht zeigen.
So funktioniert es
- Ein angemeldeter Interessent fordert ihn an, oder der Verkäufer startet ihn selbst auf seiner Fahrzeugseite. Der Link für die Aufnahmen gilt 48 Stunden und nur einmal.
- Aufgenommen wird nur mit der Kamera auf der Seite, ohne Galerie. Standort und andere Metadaten werden entfernt.
- Ein externer KI-Dienst liest Code, FIN und Kilometerstand ab. Verglichen wird danach in Carvexias eigenem Code — das Modell bekommt weder den Code noch die FIN des Inserats zu sehen. Was es nicht klar lesen kann, heisst «nicht lesbar».
- Öffentlich steht «Live-Nachweis am … erbracht» nur, wenn Code und FIN automatisch als übereinstimmend gelesen wurden — höchstens 30 Tage und nur, solange FIN und Kilometerstand im Inserat unverändert sind. Fehlt ein Nachweis, steht nichts da; das ist kein Hinweis gegen den Verkäufer.
Was es zeigt
- Dass an diesem Tag jemand ein Fahrzeug fotografiert hat, dessen FIN automatisch als die des Inserats gelesen wurde — zusammen mit einem Code, den es vorher nicht gab.
- Welchen Kilometerstand der Tacho an diesem Tag ungefähr zeigte (sieht, wer angefordert hat).
Was es nicht zeigt
- Dass die Person auf den Aufnahmen Eigentümer ist oder verkaufen darf.
- Dass das Fahrzeug frei von Leasing oder Pfand, nicht gestohlen, unfallfrei oder fahrbereit ist.
- Dass der Kilometerstand echt ist — ein Tacho lässt sich manipulieren.
- Dass das Fahrzeug heute oder bei der Übergabe noch dort steht.
- Dass die automatische Ablesung fehlerfrei ist; sieh dir die Aufnahmen selbst an.
Wer was sieht: Die Aufnahmen sieht, wer angefordert hat, und die Verwaltung von Carvexia, etwa wenn etwas gemeldet wird. Hat der Verkäufer selbst gestartet, sind sie nicht öffentlich. Öffentlich ist nur das Datum. Nach 30 Tagen wird alles gelöscht.
Beleg-Karte
Auf der Fahrzeugseite: «Auf den Fotos zu sehen»
Eine Zuordnung, auf welchem Foto der Galerie was zu sehen ist: Tacho, Schalt- bzw. Wählhebel, Aussenfarbe, Innenraum, Anhängerkupplung, Schiebe- oder Panoramadach, Navigationskarte, Serviceheft und Fahrzeugschlüssel.
So funktioniert es
- Der Verkäufer lässt bis zu 12 gespeicherte Fotos von einem externen KI-Dienst zuordnen — ohne weitere Angaben aus dem Inserat. Er sieht jede Zuordnung an und gibt frei, was öffentlich erscheinen soll.
- Auf der Fahrzeugseite führt jeder Eintrag direkt zum Foto. Ändern sich die Fotos, verschwindet die Karte, bis neu zugeordnet ist. Es erscheinen nur Treffer, nie «nicht zu sehen».
Was es zeigt
- Auf welchem Foto der Galerie ein Merkmal zu sehen ist — so, wie es automatisch zugeordnet und vom Verkäufer freigegeben wurde. Du kannst es mit einem Klick selbst ansehen.
Was es nicht zeigt
- Dass das Foto aktuell ist oder dieses Fahrzeug zeigt.
- Dass ein Teil funktioniert oder vollständig ist.
- Dass die Zuordnung stimmt — sie ist automatisch und kann falsch sein. Eine falsche Zuordnung kannst du melden.
Wer was sieht: Öffentlich ist nur, auf welchem Foto etwas zu sehen ist. Abgelesene Werte wie der Kilometerstand sieht nur, wer das Inserat verwaltet.
Was keiner der drei ersetzt
- die Besichtigung und die Probefahrt, selbst oder durch eine Werkstatt, die du beauftragst,
- den Blick in die Papiere im Original und den Vergleich der FIN am Fahrzeug,
- die Zahlung bei der Übergabe, Zug um Zug gegen Fahrzeug, Schlüssel und Papiere.
Wer dir nach einem stimmigen Nachweis eine Anzahlung vorschlägt, benutzt den Nachweis als Argument — dafür taugt er nicht.
Für Verkäufer
- Beantworte die Fragen der Selbstauskunft, bevor jemand fragt — ein Käufer aus einem anderen Land liest sie in seiner Sprache.
- Starte den Live-Nachweis selbst: auf deiner Fahrzeugseite, mit dem Telefon beim Fahrzeug. Damit er öffentlich erscheinen kann, braucht das Inserat die vollständige FIN.
- Lass die Fotos für die Beleg-Karte zuordnen, wenn Tacho, Serviceheft und Schlüssel darauf zu sehen sind.