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Ein Auto aus dem Ausland finanzieren

7 Min. Lesezeit

Das passende Fahrzeug steht im Nachbarland, das Geld dafür soll von einer Bank kommen. Das geht, aber selten über den Händler dort — und nur, wenn Kreditzusage, Zahlung, Überführung und Zulassung in einer Reihenfolge ablaufen, in der die Bank jederzeit weiss, wofür sie bezahlt.

Warum der Händler im Ausland selten finanziert

Die Finanzierung am Verkaufstresen kommt fast nie vom Händler selbst, sondern von einer Bank, mit der er zusammenarbeitet, oft der Bank des Herstellers. Diese Bank vergibt Kredite nach den Regeln ihres Landes: Sie prüft die Kreditwürdigkeit über die Auskunftei dort, zieht die Raten von einem Konto dort ein und sichert sich über ein Fahrzeug ab, das dort zugelassen ist. Für einen Käufer mit Wohnsitz jenseits der Grenze passt keine dieser drei Voraussetzungen.

Am deutlichsten zeigt sich das an der Sicherheit. Eine Bank, die in Deutschland ein Auto finanziert, behält üblicherweise die Zulassungsbescheinigung Teil II, bis der Kredit getilgt ist. Wird das Fahrzeug ausgeführt und im Ausland neu zugelassen, verliert dieses Papier seine Funktion als Sicherheit, und die Bank hätte ein Darlehen ohne greifbares Pfand in einem anderen Rechtssystem. Viele winken deshalb ab, bevor sie einen Antrag überhaupt prüfen.

Rechtlich sind grenzüberschreitende Verbraucherkredite innerhalb der EU möglich, und einzelne Banken bieten sie an. Die Regel sind sie nicht. Frag den Händler trotzdem, aber mit der richtigen Frage: nicht «Finanzieren Sie?», sondern «Finanzieren Sie Käufer mit Wohnsitz in meinem Land, wenn das Fahrzeug dort zugelassen wird?». Auf Carvexia lässt sich dafür im Kontaktformular einer Fahrzeugseite das Anliegen «Finanzierung» wählen; ob und wie der Händler antwortet, liegt bei ihm.

Der Autokredit der eigenen Bank

Der naheliegende Weg führt über eine Bank im eigenen Land. Sie kann deine Kreditwürdigkeit prüfen, und die Raten laufen von deinem Konto. Ob das Fahrzeug im Ausland gekauft wird, ist für sie zweitrangig; entscheidend ist, dass es danach im Inland zugelassen wird und sie weiss, wofür sie das Geld auszahlt.

Banken unterscheiden dabei zwei Produkte. Der zweckgebundene Autokredit ist an ein bestimmtes Fahrzeug geknüpft: Die Bank will den Kaufvertrag sehen, zahlt oft direkt an den Verkäufer und nimmt das Fahrzeug als Sicherheit; dafür ist er häufig günstiger. Der freie Ratenkredit landet auf deinem Konto, und was du damit kaufst, ist deine Sache. Welcher der beiden passt, hängt vor allem daran, wie die Bank mit einem Fahrzeug umgeht, das bei der Auszahlung noch gar nicht im Inland zugelassen ist.

Frag danach, bevor du dich für ein Fahrzeug entscheidest, nicht danach. Manche Banken finanzieren Käufe im Ausland ohne Weiteres, manche nur bei Händlern mit Rechnung, manche gar nicht. Die Antwort entscheidet, ob du auch von privat kaufen kannst: Eine Privatperson stellt keine Rechnung aus, und nicht jede Bank akzeptiert an ihrer Stelle einen Kaufvertrag.

In der Schweiz ist die Lage anders gebaut. Es gibt kein Fahrzeugpapier, das eine Bank als Pfand zurückbehalten könnte, und der Konsumkredit ist streng geregelt, mit einer Kreditfähigkeitsprüfung nach dem Konsumkreditgesetz. Ein Kredit für ein Auto ist dort häufig ein gewöhnlicher Konsumkredit ohne Bindung an das Fahrzeug, und die fahrzeuggebundene Finanzierung läuft meist als Leasing. Für einen privat im Ausland gekauften Wagen ist Leasing in aller Regel nicht vorgesehen.

Das Fahrzeug als Sicherheit

Beim zweckgebundenen Kredit ist das Fahrzeug die Sicherheit der Bank, und genau das macht den Auslandskauf umständlich. In Deutschland übereignet der Kreditnehmer das Fahrzeug der Bank üblicherweise zur Sicherheit, und die Bank verwahrt die Zulassungsbescheinigung Teil II. Die gibt es für ein Fahrzeug aus dem Ausland aber erst, wenn es im Inland zugelassen ist, also einige Zeit nach der Zahlung. Dazwischen liegt eine Lücke, in der die Bank ihr Geld für etwas ausgegeben hat, das sie noch nicht absichern kann.

Banken, die solche Käufe finanzieren, schliessen die Lücke mit Auflagen: Der Kaufvertrag muss die Fahrgestellnummer enthalten, das Fahrzeug muss ab dem ersten Tag vollkaskoversichert sein, und die Zulassungspapiere sind nach der Anmeldung innerhalb einer Frist einzureichen. Solche Auflagen stehen im Kreditvertrag. Lies sie, bevor du den Kaufvertrag unterschreibst, denn sie bestimmen, was darin stehen muss.

Ein zweiter Punkt betrifft den Betrag. Die Bank finanziert in der Regel, was auf Rechnung oder Kaufvertrag steht. Transport, Überführungskennzeichen, Einfuhrabgaben, Prüfung und Zulassung kommen dazu und sind häufig nicht Teil des Kredits. Plane sie aus eigenen Mitteln ein oder frag ausdrücklich, ob die Bank sie mitfinanziert. Wer beim Import in die Schweiz Automobilsteuer und Einfuhrsteuer an der Grenze bezahlt, braucht dieses Geld an diesem Tag. Zoll fällt dort seit dem 1. Januar 2024 keiner mehr an.

Und falls der Kaufpreis in einer anderen Währung ist als dein Kredit: Die Bank zahlt einen festen Betrag in ihrer Währung aus. Ändert sich der Kurs zwischen Zusage und Zahlung, fehlt am Ende ein Rest. Eine kleine Reserve im Kreditbetrag oder auf dem eigenen Konto fängt das auf.

Privatkredit ohne Fahrzeugbindung

Der freie Ratenkredit — Privatkredit, Konsumkredit, Kleinkredit, je nach Land — kennt diese Lücke nicht. Die Bank prüft dich, nicht das Fahrzeug, und zahlt den Betrag auf dein Konto. Von dort bezahlst du den Verkäufer wie bei einem Barkauf. Für die Bank spielt es keine Rolle, in welchem Land du kaufst, von wem und wann das Fahrzeug zugelassen wird.

Diese Freiheit hat einen Preis. Weil keine Sicherheit dahintersteht, ist der Zins oft höher als beim Autokredit mit Fahrzeugbindung, und der Kreditrahmen kann kleiner ausfallen. Vergleiche deshalb nicht Nominalzinsen, sondern den effektiven Jahreszins und die Summe aller Zahlungen über die Laufzeit — nur diese beiden Zahlen machen Angebote mit verschiedenen Gebühren vergleichbar.

Praktisch ist der Privatkredit in drei Fällen die bessere Wahl: beim Kauf von einer Privatperson, die keine Rechnung ausstellt; bei einem Fahrzeug, das erst nach Prüfung und Anpassungen im Zielland zugelassen werden kann; und wenn die Zahlung bei der Übergabe fällig ist, die eine Bank mit Direktauszahlung nicht rechtzeitig leisten kann. In allen drei Fällen zahlst du, wann du es für richtig hältst — Zug um Zug, gegen Fahrzeug und Papiere.

Der Nachteil ist derselbe wie beim Barkauf: Ausser dir prüft niemand, wohin das Geld geht. Eine Bank, die an den Verkäufer auszahlt, sieht dessen Kontoverbindung und stellt manchmal eine Frage, wenn etwas nicht passt. Beim Privatkredit fällt diese zweite Kontrolle weg.

Die Reihenfolge: Zusage, Zahlung, Überführung

Der teuerste Fehler bei einem finanzierten Auslandskauf ist ein unterschriebener Kaufvertrag ohne Kreditzusage. Ein Händler im Ausland wartet nicht, bis deine Bank entschieden hat, und ein Vertrag, den du nicht bezahlen kannst, bleibt trotzdem ein Vertrag. Die Reihenfolge ist deshalb nicht verhandelbar.

Eine Kreditzusage ist in der Regel befristet. Schätze vom Datum der Zusage aus, wie lange Besichtigung, Verhandlung und Abholung realistisch dauern, und hol sie nicht zu früh ein. Eine unverbindliche Einschätzung der Bank, bis zu welchem Betrag sie finanzieren würde, ist dagegen ein guter erster Schritt, bevor du überhaupt Fahrzeuge vergleichst. Wie man über eine Grenze bezahlt, ohne Geld zu verlieren, steht in einem eigenen Beitrag; für einen finanzierten Kauf gilt dort zusätzlich: Das Geld der Bank ist genauso verloren wie dein eigenes, wenn es an den Falschen geht — nur zahlst du es danach in Raten zurück.

  • Kreditzusage einholen, bevor du verbindlich kaufst: schriftlich, mit Betrag, Laufzeit, Zins und den Bedingungen für die Auszahlung.
  • Kaufvertrag mit den Angaben, die die Bank verlangt; wo der Händler mitmacht, mit einem Finanzierungsvorbehalt.
  • Auszahlung an den Verkäufer oder auf dein Konto, und die Zahlung an den Verkäufer nur gegen Fahrzeug, Schlüssel und Papiere.
  • Überführung mit Ausfuhr- oder Kurzzeitkennzeichen und einer Versicherung, die diese Fahrt deckt.
  • Verzollung, wenn das Fahrzeug über eine Zollgrenze kommt, etwa aus der EU in die Schweiz, dann Prüfung und Zulassung im eigenen Land.
  • Die Zulassungspapiere an die Bank, wenn der Kreditvertrag es verlangt.

Was die Bank vor der Auszahlung sehen will

Die Unterlagen unterscheiden sich von Bank zu Bank, die Logik ist dieselbe: Die Bank will wissen, wer verkauft, was verkauft wird und dass das Geld dort ankommt, wo das Fahrzeug herkommt. Wer diese Unterlagen vollständig und lesbar beisammen hat, bevor er den Antrag stellt, verkürzt die Zeit bis zur Auszahlung mehr als mit jedem Telefonat.

Carvexia finanziert nicht und vermittelt keine Kredite. Auf der Fahrzeugseite gibt es den Rechner «Finanzierung berechnen», der aus dem Angebotspreis, einer Anzahlung, einer Laufzeit und einem Zinssatz, den du selbst einstellst, eine Rate ermittelt — eine Rechnung, kein Angebot. Er zeigt vor dem Gespräch mit der Bank, in welcher Grössenordnung die Rate liegt; die tatsächlichen Konditionen setzt der Kreditgeber nach seiner Prüfung fest.

  • Kaufvertrag oder verbindliche Rechnung mit Fahrgestellnummer, Preis, Datum und den Angaben zum Verkäufer.
  • Bei einem Händler Firmenname, Anschrift und Registereintrag; die Kontoverbindung muss auf dieselbe Firma lauten.
  • Kopien der Fahrzeugpapiere aus dem Herkunftsland und, falls vorhanden, die Übereinstimmungsbescheinigung (COC).
  • Ein Nachweis, dass keine andere Bank Rechte am Fahrzeug hat, oder die Ablösebestätigung, falls doch.
  • Deine eigenen Unterlagen: Ausweis, Einkommensnachweise, bei manchen Banken eine Aufstellung laufender Verpflichtungen.
  • Der Versicherungsnachweis für das Fahrzeug, oft schon vor der Auszahlung.

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