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Auto in Italien kaufen: der passaggio di proprietà
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In Italien ist ein Auto erst dann wirklich verkauft, wenn das Register es weiss. Die Unterschrift des Verkäufers muss beglaubigt, der Wechsel im PRA eingetragen werden — und wer das Fahrzeug ausführen will, braucht einen eigenen Weg, weil er es ohne italienischen Wohnsitz meist gar nicht auf sich zulassen kann.
Warum der Kauf in Italien ein Registervorgang ist
Zwischen Käufer und Verkäufer ist der Kauf auch in Italien mit der Einigung geschlossen. Nach aussen zählt aber das Pubblico Registro Automobilistico, kurz PRA, das der Automobilclub ACI von Gesetzes wegen führt. Solange dort der Verkäufer steht, gilt er gegenüber Behörden und Dritten als Eigentümer: Die Kfz-Steuer (bollo) wird bei ihm eingefordert, Bussen gehen an ihn, und bei einem Schaden ist er der Erste, den man fragt.
Deshalb ist der passaggio di proprietà kein Nachgang zum Kauf, sondern sein Kern, und beide Seiten haben ein Interesse daran, dass er am selben Tag angestossen wird. Seit der Einführung des documento unico werden technische Daten und Eigentum in einem einzigen Fahrzeugdokument geführt; nach dem passaggio wird es auf den neuen Eigentümer ausgestellt.
Vor dem Kauf lohnt ein Blick in beide Register. Eine visura PRA, die jeder mit dem Kennzeichen gegen Gebühr beim ACI abrufen kann, zeigt den eingetragenen Eigentümer und Belastungen wie eine Hypothek (ipoteca) aus einer Finanzierung oder eine behördliche Sperre wegen offener Forderungen (fermo amministrativo). Das Portale dell'Automobilista der Motorizzazione zeigt die letzte Hauptuntersuchung (revisione) mit dem dabei abgelesenen Kilometerstand. Beides zusammen kostet weniger als eine Anreise und beantwortet die zwei Fragen, an denen ein Kauf am häufigsten scheitert: Gehört das Fahrzeug dem, der es verkauft, und stimmt der Tacho ungefähr?
Die beglaubigte Unterschrift
Kern des passaggio ist die Verkaufserklärung (atto di vendita). Der Verkäufer unterschreibt sie, und diese Unterschrift muss amtlich beglaubigt werden (autentica della firma). Beglaubigen dürfen die Gemeinde, die Ämter von ACI-PRA und Motorizzazione, die Sportelli Telematici dell'Automobilista in den Agenturen und ein Notar. Der Verkäufer muss dafür persönlich erscheinen, mit Ausweis und den Fahrzeugpapieren.
In der Erklärung stehen die Daten beider Seiten, das Fahrzeug und der Preis. Der Preis ist keine Formalie: Er ist der Betrag, den beide Seiten gegenüber dem Register erklären, und er sollte mit dem übereinstimmen, was tatsächlich fliesst. Ein niedrigerer Betrag «wegen der Steuer» spart bei der Übertragungssteuer nichts, weil die IPT nach der Motorleistung bemessen wird und nicht nach dem Preis — er schwächt nur deine Position, falls es später Streit gibt.
Nach der Beglaubigung läuft eine gesetzliche Frist, innerhalb derer der Eintrag im PRA beantragt werden muss. Wird die Beglaubigung an einem Sportello Telematico vorgenommen, geschieht beides in einem Zug. Das ist der Weg, der die kürzeste Zeit offen lässt, in der das Fahrzeug schon dir gehört, im Register aber noch einem anderen.
Wer den passaggio erledigt
Die meisten passaggi laufen über eine Agentur für Fahrzeugangelegenheiten (agenzia pratiche auto), die als Sportello Telematico dell'Automobilista an die Register angeschlossen ist. Sie beglaubigt die Unterschrift, beantragt den Eintrag, zieht die Gebühren ein und gibt das neue Dokument aus, oft am selben Tag. Dafür nimmt sie ein Honorar, das nicht amtlich festgelegt ist; vergleichen lohnt sich.
Günstiger, aber mit mehr Wegen, ist der passaggio in eigener Regie am Schalter von ACI-PRA oder Motorizzazione. Die Gemeinde oder ein Notar beglaubigen nur die Unterschrift; den Eintrag muss danach trotzdem jemand beantragen. Kaufst du bei einem Händler, erledigt er den passaggio in aller Regel selbst und stellt ihn in Rechnung — lass dir zeigen, was davon Gebühr und was Honorar ist.
Die Kosten setzen sich aus drei Teilen zusammen: der IPT, die nach der Motorleistung in kW bemessen wird und deren Satz die Provinz des Käufers festlegt; den Gebühren und Stempelabgaben von ACI und Motorizzazione; und gegebenenfalls dem Honorar. Wer was zahlt, ist Verhandlungssache, üblich ist, dass der Käufer die Kosten des passaggio trägt. Schreib es in den Vertrag, auch wenn es selbstverständlich scheint.
Codice fiscale und Wohnsitz
Ohne codice fiscale gibt es keinen Eintrag im PRA. Die Steuernummer braucht jeder, der in Italien etwas registrieren lässt, auch ein Ausländer; vergeben wird sie von der Agenzia delle Entrate, und sie ist auch über die italienischen Konsulate erhältlich. Für einen Ausländer ist sie meist der kleinere Schritt.
Der grössere ist der Wohnsitz. Ein Fahrzeug mit gewöhnlichem italienischem Kennzeichen auf den eigenen Namen zu führen, setzt in der Regel voraus, dass man in Italien gemeldet ist (residenza). Wer dort nur eine Ferienwohnung hat oder gar nicht dort wohnt, kann den normalen passaggio auf sich deshalb meist nicht abschliessen, auch wenn er einen codice fiscale besitzt. Welche Nachweise im Einzelfall gelten, sagen das PRA und die Motorizzazione; bei Staatsangehörigen ausserhalb der EU kommt der Aufenthaltstitel dazu.
Für Nichtansässige gibt es eine eigene Zulassung mit dem Kürzel EE (escursionisti esteri), zeitlich begrenzt und an Bedingungen gebunden. Ob sie für deinen Fall der bessere Weg ist als die direkte Ausfuhr, klärst du mit der Motorizzazione oder einer Agentur, bevor du einen Preis zusagst. Und unabhängig vom Weg gilt: Die Haftpflicht muss stehen, bevor das Fahrzeug fährt, und die Police des Verkäufers geht nicht auf dich über.
Kaufen, um auszuführen
Soll das Fahrzeug Italien dauerhaft verlassen, ist der übliche Weg nicht der passaggio, sondern die Löschung zur Ausfuhr (radiazione per esportazione). Beantragt wird sie in der Regel vom eingetragenen Eigentümer an einem Sportello Telematico dell'Automobilista; Kennzeichen und Papiere werden dabei nach den Vorgaben des Schalters abgegeben oder entwertet, und das Fahrzeug scheidet aus dem italienischen Register aus. Welche Unterlagen du danach in der Hand hältst, bestimmt das Verfahren — ob sie deiner Zulassungsbehörde genügen, fragst du dort, bevor du fährst.
Für den Kaufvertrag heisst das: Er hält fest, dass der Verkäufer die radiazione beantragt, bis wann, und in welcher Reihenfolge Zahlung, Löschung und Übergabe ablaufen. Am saubersten geht ihr gemeinsam zum Schalter, zahlt dort und nehmt die Unterlagen gleich mit. Wer zahlt und auf einen Umschlag mit den Papieren wartet, wartet unter Umständen lange.
Für die Fahrt kann eine provisorische Kennzeichnung ausgegeben werden, die aber nur bis zur Staatsgrenze gilt, nicht darüber hinaus. Für die Strecke dahinter braucht es ein Überführungskennzeichen aus deinem Land, sofern es für ein Fahrzeug im Ausland ausgegeben wird, oder einen Anhänger. Dazu kommt die Versicherung für jede Teilstrecke, und die klärst du, bevor du losfährst, nicht an der Raststätte.
Auf Carvexia kannst du einer Anfrage die Frage aus der Selbstauskunft mitgeben, ob der Verkäufer die Ausfuhr beziehungsweise Abmeldung erledigen kann. Ob und wann er antwortet, entscheidet er selbst; die Antwort erscheint als «Angaben des Verkäufers, nicht geprüft». Ein Nein ist dabei so nützlich wie ein Ja: Es erspart dir die Anreise zu einem Verkäufer, der nur an jemanden mit italienischem Wohnsitz verkaufen will.
Die Papiere nach dem Kauf
Nach einem passaggio in Italien hast du das documento unico auf deinen Namen — bei älteren Vorgängen die entsprechenden Vorgänger, Fahrzeugschein und Eigentumsbescheinigung — und den Beleg über den Eintrag. Heb die Quittungen der Gebühren und der IPT auf; sie sind der einfachste Beweis, dass der Vorgang vollständig ist.
Prüf dabei vor der Zahlung noch einmal die visura PRA. Ein eingetragener fermo amministrativo ist dein Problem, sobald du gezahlt hast: Das Fahrzeug darf damit nicht bewegt werden, und die weiteren Schritte hängen davon ab, dass er aufgehoben wird. Genau dafür ist die Abfrage da — vor der Zahlung, nicht danach.
Nach einer radiazione zur Ausfuhr beginnt die zweite Hälfte der Arbeit im eigenen Land. Die Mappe für deine Zulassungsbehörde enthält mindestens diese Unterlagen:
- Den Nachweis über die radiazione per esportazione und die italienischen Fahrzeugpapiere, soweit das Verfahren sie dir belässt.
- Die europäische Übereinstimmungsbescheinigung (certificato di conformità). Ohne sie wird die Zulassung zu Hause oft zum Einzelverfahren.
- Den Kaufvertrag mit Preis, Datum, Fahrgestellnummer und den Daten beider Seiten.
- Den letzten Bericht der revisione, als Nachweis von Zustand und Kilometerstand.
- Serviceheft (libretto di manutenzione), Rechnungen und alle Schlüssel.