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Die Fahrzeugakte an den Käufer übergeben

5 Min. Lesezeit

Mit dem Auto wechselt auch sein Gedächtnis den Besitzer: Rechnungen, Prüfberichte, Termine, der Kilometerstand beim letzten Service. Wer das geordnet übergibt, erspart dem Käufer Rätselraten und sich selbst spätere Anrufe, und behält dabei, was ihm gehört.

Was zu einer Fahrzeugakte gehört

Eine Fahrzeugakte ist kein Formular, sondern alles, was die Geschichte eines Autos belegt. Sie hat drei klassische Teile: die Zulassungspapiere, ohne die das Fahrzeug nicht eingelöst werden kann; die Belege über Wartung, Reparaturen und Prüfungen; und die Schlüssel samt dem Zubehör, das zum Fahrzeug gehört. Dazu kommt bei vielen ein vierter Teil, der nirgends abgeheftet ist: Termine, Kilometerstände und Notizen in einer App oder einem Konto.

Für den Käufer ist die Akte der Unterschied zwischen einem Auto, das er kennt, und einem, das er erst kennenlernen muss. Mit der Rechnung über den letzten Zahnriemenwechsel plant er den nächsten; ohne sie macht er ihn vorsichtshalber gleich. Für dich ist die Akte der Beleg dafür, was du beim Verkauf gewusst und gesagt hast.

Stell sie vor dem Verkauf zusammen, nicht am Übergabetag. Wer beim Sortieren merkt, dass ein Prüfbericht fehlt, kann sich noch eine Kopie besorgen; wer es erst beim Käufer merkt, verhandelt.

Papier, das mitgeht, und Papier, das bleibt

Mit dem Fahrzeug gehen die Papiere, die zum Fahrzeug gehören, nicht die, die zu dir gehören. Welche Zulassungspapiere der Käufer genau bekommt und in welchem Zustand, hängt vom Land ab und davon, ob du das Fahrzeug vorher abmeldest; verbindlich ist die Auskunft des Strassenverkehrsamts bzw. der Zulassungsstelle. Für den Rest ist die Grenze meistens klar.

Von allem, was mitgeht, behältst du eine Kopie oder ein Foto. Nicht aus Misstrauen, sondern weil sich eine Frage des Käufers nach Monaten leichter beantworten lässt, wenn du nachsehen kannst, was du übergeben hast. Was übergeben wurde, gehört ausserdem ins Übergabeprotokoll, die Zahl der Schlüssel auch in den Kaufvertrag. Was du vorher zugesagt hast, etwa in der Selbstauskunft, sollte bei der Übergabe auch tatsächlich auf dem Tisch liegen.

  • Mit dem Auto: Zulassungspapiere nach Auskunft der Behörde, das COC-Papier, wo es eines gibt, Serviceheft oder Ausdrucke der Servicenachweise, Prüfberichte, Rechnungen über Wartung und Reparaturen, Bedienungsanleitung, Codekarten etwa für Radio oder Wegfahrsperre.
  • Ebenfalls mit dem Auto: alle Schlüssel und Schlüsselkarten, der Adapter für die Felgenschlösser, Ladekabel, ein zweiter Rädersatz, Bordwerkzeug.
  • Bei dir: Versicherungspolice, Steuerunterlagen, Leasing- oder Finanzierungsverträge, Bussen, Kontoauszüge — alles, was deinen Namen, deine Adresse oder dein Geld betrifft.
  • Dazwischen: Rechnungen mit deiner Adresse. Sie gehen mit, weil sie die Wartung belegen. Die Adresse darfst du abdecken, Datum, Kilometerstand und Arbeiten nicht.

Die digitalen Angaben: was du freigibst

Wer sein Auto bei Carvexia unter «Meine Fahrzeuge» geführt hat, hat dort einen Teil der Akte digital: Baujahr, Treibstoff, Motor, Fahrgestellnummer, Kilometerstand, die nächste Fahrzeugprüfung und den nächsten Service nach Datum oder Kilometern, dazu Notizen. Diese Angaben kannst du dem Käufer mitgeben, mit «An Käufer übergeben» bei deinem Fahrzeug.

Du wählst dabei Feld für Feld, was mitgeht. Marke und Modell sind immer dabei, das Kennzeichen nie: Es gehört zu dir, nicht zum Auto, und in der Schweiz etwa bleibt es ohnehin beim Halter. Alles andere hakst du an. Die Fahrgestellnummer braucht der Käufer für Teile und für Rückfragen beim Hersteller, den nächsten Service, damit er nicht raten muss, und den Kilometerstand, wenn er zu dem passt, was im Vertrag steht.

Was du übergibst, sind deine Angaben. Carvexia prüft sie nicht, und sie sind nicht Teil des Kaufvertrags; so steht es beim Erstellen des Links, und so liest es der Käufer: «Angaben des Vorbesitzers, nicht geprüft, nicht Teil des Kaufvertrags.» Was vertraglich gelten soll, etwa der Kilometerstand bei der Übergabe, gehört deshalb trotzdem in den Vertrag.

Notizen: vorher lesen, was der Käufer liest

Die Notizen gehen nur mit einem eigenen Häkchen mit, und das hat einen Grund. In einem Notizfeld sammelt sich über Jahre, was man sich merken wollte: die Telefonnummer der Werkstatt, der Name des Mechanikers, ein Kostenvoranschlag, den man nie angenommen hat, manchmal das Kennzeichen. Alles, was darin steht, sieht der Käufer.

Lies die Notizen deshalb vor dem Übergeben ganz durch und frag dich bei jeder Zeile, ob sie dem Käufer beim Unterhalt hilft. «Öl nur mit der Freigabe laut Serviceheft» hilft. «Winterräder lagern bei der Garage im Dorf, Einlagerungsschein im Handschuhfach» hilft auch. «Rechnung noch offen» hilft niemandem. Steht in den Notizen ein Mangel, den du im Inserat oder im Vertrag nicht genannt hast, ist nicht die Notiz das Problem, sondern der Vertrag: Nenn ihn dort.

Bist du unsicher, lass die Notizen weg und schreib die zwei, drei Punkte, die wirklich zählen, dem Käufer direkt. Was er einmal übernommen hat, holst du nicht mehr zurück.

Link oder QR-Code beim Kaufvertrag

Nach dem Anhaken erstellst du einen Übergabe-Link. Du kannst ihn kopieren oder als QR-Code speichern und ausdrucken. Der naheliegende Ort ist der Kaufvertrag oder das Übergabeprotokoll: ein Blatt mehr in der Mappe, und der Käufer öffnet es zu Hause.

Der Käufer öffnet den Link, meldet sich an und übernimmt die Angaben in sein eigenes Konto unter «Meine Fahrzeuge». Dort findet er passende Teile mit einem Klick und kann sich per E-Mail an die eingetragenen Prüf- und Servicetermine erinnern lassen. Beim Fahrzeug bleibt vermerkt, woher die Angaben stammen: vom Vorbesitzer, übernommen an einem bestimmten Datum, nicht geprüft.

Ein paar Regeln machen den Link sicher genug für seinen Zweck. Er ist einmal einlösbar und gilt 30 Tage; das genaue Ablaufdatum steht beim Link. Du kannst ihn zurückziehen, und ein neuer Link für dasselbe Fahrzeug ersetzt den alten. Wer den Link hat, sieht die freigegebenen Angaben. Gib ihn deshalb erst weiter, wenn der Vertrag unterschrieben ist, und nicht einem Interessenten zum Anschauen.

Nach dem Verkauf: Erinnerungen, Fahrzeug, offene Links

Ist dein Inserat mit einem Fahrzeug aus «Meine Fahrzeuge» verknüpft, etwa weil du es von dort aus erstellt hast, fragt Carvexia beim Markieren als verkauft, was damit geschehen soll: Übergabe-Link erstellen, Erinnerungen stoppen oder das Fahrzeug aus «Meine Fahrzeuge» entfernen. Alle drei sind sinnvoll, am besten in dieser Reihenfolge.

Die Erinnerungen stellst du in jedem Fall ab. Sonst kommt im nächsten Jahr eine E-Mail zur Fahrzeugprüfung eines Autos, das dir nicht mehr gehört. Entfernst du das Fahrzeug, verschwinden auch seine Angaben, Termine und Notizen aus deinem Konto; ein schon erstellter Übergabe-Link bleibt trotzdem gültig.

Offene Links zu Fahrzeugen, die nicht mehr in deiner Liste stehen, findest du unter «Offene Übergabe-Links». Sie gelten, bis sie ablaufen oder eingelöst werden. Hat der Käufer nach ein paar Tagen nichts übernommen, frag nach; braucht den Link niemand mehr, zieh ihn zurück. Und die Kopien der Papiere, die du behalten hast, legst du zum Kaufvertrag und zum Übergabeprotokoll, dorthin, wo du sie in einem Jahr noch findest.

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