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Einmal ums Auto: ein Inserat aus dem Rundgang

6 Min. Lesezeit

Ein Inseratsformular hat viele Felder, und die meisten davon kennst du, ohne nachzusehen. Der Rundgang dreht die Reihenfolge um: erst fotografieren und erzählen, dann prüfen, was daraus geworden ist. Das spart Tipparbeit, aber nur, wenn du weisst, was die Auswertung übernimmt und was ausdrücklich bei dir bleibt.

Ein Rundgang statt vieler Felder

Im Inseratsformular gibt es «Mit Rundgang starten». Der Ablauf hat drei Schritte: Aufnahmen machen, vom Auto erzählen, Ergebnis prüfen. Aus den Aufnahmen wird automatisch erkannt, was zu sehen ist, aus deinem Text werden die Angaben gezogen, die du ausdrücklich gemacht hast. Heraus kommt ein Entwurf, kein fertiges Inserat.

Der Vorteil liegt nicht darin, dass eine KI besser weiss, was für ein Auto du hast. Er liegt darin, dass du die Arbeit in der Reihenfolge erledigst, in der sie am Auto ohnehin anfällt: einmal herumgehen, fotografieren und dabei sagen, was du über das Fahrzeug weisst. Das Formular füllt sich danach aus dem, was du bestätigst.

Zwei Dinge tut der Rundgang bewusst nicht. Er schlägt keinen Preis vor, den legst du selbst fest. Und er übernimmt nichts ohne dein Häkchen. Ist die KI-Funktion gerade nicht verfügbar oder ihr Tageslimit erreicht, geht alles auch ohne sie, über die Felder wie gewohnt.

Die acht Blickwinkel und was jeder zeigen soll

Der Rundgang führt dich durch acht Blickwinkel. Am Telefon öffnet ein Tipp auf einen Blickwinkel direkt die Kamera; du kannst aber auch Fotos wählen, die du schon hast. Wie Licht und Hintergrund stimmen, beschreibt die Fotoanleitung für Inserate. Hier geht es darum, was jedes Bild für den Entwurf und für den Käufer leisten soll.

Fehlt nach der Auswertung ein Blickwinkel, zeigt das Ergebnis «fehlt noch — kurz nachfotografieren?». Das ist eine Anregung, keine Pflicht. Ein Inserat ohne Cockpit oder ohne Heck lässt aber genau die Fragen offen, die der Rundgang erledigen soll.

  • Vorne schräg: Front und eine Seite in einem Bild. Fast immer das Titelbild, also das ganze Auto, etwas Abstand, keine abgeschnittenen Ecken.
  • Seite: die ganze Länge, damit Türen, Spaltmasse und Dellen zu sehen sind. Streiflicht zeigt Unebenheiten besser als direktes Licht.
  • Heck: Stossfänger, Leuchten, Heckklappe und, falls vorhanden, die Anhängerkupplung.
  • Innenraum: Sitze und Polster, vorne und hinten. Hier sieht ein Käufer, wie das Auto benutzt wurde.
  • Cockpit mit Tacho: Zündung an, Kilometerstand lesbar. Aus diesem Bild kann der Kilometerstand übernommen werden, und es zeigt, ob eine Warnleuchte brennt.
  • Kofferraum: leer geräumt, mit Boden und Seitenverkleidung.
  • Motorraum: sauber, aber nicht frisch glänzend gewaschen. Ein polierter Motor wirft bei Kennern eher Fragen auf, als dass er sie beantwortet.
  • Räder und Reifen: ein Rad aus der Nähe, Profil und Felge im Bild. Wer die DOT-Nummer mitfotografiert, beantwortet die Frage nach dem Reifenalter gleich mit.

Fotos oder Video: wann was reicht

Statt einzelner Fotos kannst du ein kurzes Video wählen, in dem du einmal ums Auto gehst. Das Video bleibt auf deinem Gerät: Der Browser sucht selbst die brauchbaren Standbilder heraus, verwirft dunkle und verwackelte, und nur diese Standbilder werden weiterverwendet. Hochgeladen wird später nur, was du als Inseratsfotos übernimmst.

Das Video ist bequemer, die Fotos sind besser. Ein Standbild aus einer Bewegung ist selten so scharf wie ein Foto, für das du stehen geblieben bist, und der Tacho ist im Vorbeigehen kaum lesbar. Für den Entwurf reicht ein Video oft; für die Bilder, die ein Käufer später vergrössert, lohnen sich Fotos. Beides lässt sich mischen: das Video für den Überblick, danach einzelne Fotos für Cockpit, Räder und Motorraum.

Wer filmt, geht langsam, hält an jeder Ecke kurz an und filmt bei Tageslicht. Kann dein Browser das Video nicht öffnen oder findet er darin keine scharfen, hellen Standbilder, sagt die Seite das und bietet Fotos an. Ausgewertet wird ohnehin nur eine begrenzte Zahl Aufnahmen, die ersten der Liste; mehrere Bilder desselben Blickwinkels bringen dem Entwurf deshalb wenig.

Die Geschichte zum Auto: was hineingehört

Im zweiten Schritt erzählst du vom Auto, getippt oder am Telefon über das Mikrofon der Tastatur diktiert. Eine Tonaufnahme gibt es bewusst nicht; es zählt, was als Text dasteht. Das Feld fragt nach dem, was kein Foto zeigt: Vorbesitzer, Service, Unfälle, nächste Fahrzeugprüfung, Ausstattung.

Gute Sätze sind kurz und enthalten je eine Aussage: «Ein Vorbesitzer vor mir, ich habe das Auto 2019 gekauft.» «Service immer in derselben Werkstatt, Rechnungen liegen vor.» «Nächste Prüfung im Mai 2027.» «Anhängerkupplung und Standheizung.» Solche Sätze lassen sich einzeln zitieren, und genau darauf kommt es im nächsten Schritt an.

Was du nicht weisst, lässt du weg. So steht es auch als Hinweis beim Feld, und es ist wichtiger, als es klingt: «Wahrscheinlich unfallfrei» oder «der Zahnriemen müsste gemacht sein» ist im Gespräch harmlos, im Inserat aber eine Angabe, die du vertreten musst. Mailadressen und Telefonnummern gehören ebenfalls nicht hinein. Sie werden vor der Auswertung entfernt, soweit sie sich erkennen lassen, aber einfacher ist es, sie gar nicht erst zu schreiben.

Nur was du gesagt hast: wie der Entwurf entsteht

Aufnahmen und Text gehen zur Auswertung an einen externen KI-Dienst; Carvexia speichert nur, was du ins Inserat übernimmst. Aus den Bildern kommt, was sichtbar ist: Marke und Modell, eine Variante nur, wenn ein Schriftzug sie zeigt, Karosserie, Farbe, sichtbare Ausstattung und ein paar sachliche Sätze als Beschreibung. Das Baujahr erscheint oft nur als Spanne der Modellgeneration; das genaue Jahr wählst du dann selbst. Den Kilometerstand übernimmt der Entwurf nur von einem lesbaren Tacho in Kilometern, nie aus deinem Text.

Aus deinem Text kommt eine andere Art Angabe: Unfallfreiheit, Zahl der Vorbesitzer, Serviceheft, nächste Fahrzeugprüfung, Restgarantie und die Ausstattung, die du nennst. Jede dieser Angaben erscheint nur zusammen mit dem Satzteil, aus dem sie stammt — «Du hast gesagt: …» —, und dieser Satzteil muss wörtlich in deinem Text stehen. Findet sich kein wörtlicher Beleg, fällt die Angabe weg.

Der Grund reicht über die Technik hinaus: Was im Inserat steht, sind deine Angaben. Eine Auswertung, die aus «Service meistens in der Markenwerkstatt» ein «Serviceheft lückenlos» machte, hätte dir eine Zusicherung in den Mund gelegt, die du nie gemacht hast. Sie soll nichts ergänzen und nichts folgern, und weil jede Angabe mit Zitat dasteht, siehst du sofort, ob der Satz wirklich sagt, was daraus geworden ist.

Prüfen, bestätigen, ergänzen

Im Ergebnis steht jede Angabe mit einem Häkchen. Was aus den Bildern automatisch erkannt wurde, ist vorausgewählt und so beschriftet; die Angaben aus deinem Text sind es nicht, die bestätigst du einzeln. Übernommen wird nur, was angehakt ist. Vergleich jede automatisch erkannte Zeile mit dem Fahrzeug und dem Fahrzeugausweis: Eine Variante oder eine Farbe kann danebenliegen, und «automatisch erkannt» heisst nicht «richtig».

Zwei Felder verdienen eigene Aufmerksamkeit: Unfallfreiheit und Serviceheft. Im Formular unter dem Entwurf stehen sie auf «Keine Angabe», bis du eine Angabe aus deinem Text bestätigst oder selbst «Ja» oder «Nein» wählst — prüf sie dort, egal was der Rundgang ergeben hat. Es sind die beiden Angaben, über die nach einem Verkauf am häufigsten gestritten wird, und die Antwort kennt nur, wer das Auto gefahren und gewartet hat.

Die Bilder der gefundenen Blickwinkel kommen auf Wunsch in dieser Reihenfolge zu den Inseratsfotos; gibt es noch keine, wird das erste zum Titelbild. Was danach fehlt, etwa Preis, Getriebe oder ein ausführlicher Text, ergänzt du wie gewohnt. Bevor du veröffentlichst, lies das Inserat einmal so, wie ein Käufer es liest. Steht darin etwas, das du so nicht sagen würdest, nimm es heraus.

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