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Kosten

Die ersten Kosten nach dem Kauf schon vorher sehen

6 Min. Lesezeit

Die teuerste Überraschung beim Gebrauchtwagen kommt selten am Kauftag, sondern in den Monaten danach: die Prüfung, die fällig wird, der Service, der ansteht, die Reifen. Einen Teil davon siehst du auf der Fahrzeugseite schon vor der Zusage — mit Preisen, die Werkstätten selbst angeben, und ohne geschätzte Beträge.

Die Rechnung, die nach der Übergabe kommt

Der Kaufpreis ist die Zahl, über die verhandelt wird. Die Posten, die in den ersten Monaten danach anstehen, sind die Zahl, die man vergisst. Bei einem jungen Fahrzeug mit frischer Prüfung und frischem Service ist sie klein. Bei einem älteren, dessen Prüfung bald abläuft und dessen grosser Service offen ist, kann sie einen spürbaren Teil des Kaufpreises ausmachen — und dann gehört sie in die Rechnung, bevor du zusagst.

Drei Posten lassen sich vor dem Kauf recht gut einordnen: die periodische Prüfung, weil ihr Datum bekannt ist; Werkstattarbeiten, weil es Preislisten gibt; und Teile, weil ihre Preise öffentlich sind. Der Block «Nach dem Kauf» auf der Fahrzeugseite trägt zu diesen drei Posten zusammen, was Werkstätten und Teilehändler auf Carvexia selbst angeben. Er schätzt nichts und bildet keinen Durchschnitt. Wo es keine Angaben gibt, fehlt eine Zeile oder der ganze Block — das heisst nicht, dass nichts ansteht.

Nicht darin stehen die laufenden Kosten — Versicherung, Steuer, Treibstoff, Wertverlust. Die gehören in die Monatsrechnung, die ein eigener Beitrag beschreibt. Hier geht es um die Posten, die an genau diesem Fahrzeug hängen.

Die periodische Prüfung: gültig bis wann, laut wem

Oben im Block steht die Prüfung — MFK in der Schweiz, HU/AU in Deutschland, Pickerl in Österreich, anderswo schlicht «Prüfung» — mit dem Monat, bis zu dem sie gilt. Daneben steht «Angabe des Verkäufers». Das Datum stammt aus dem Inserat, nicht aus einem Register. Lass dir den letzten Prüfbericht oder den Eintrag in den Papieren zeigen, bevor du mit dem Datum rechnest.

Das Datum hat drei Zustände. Liegt es mehr als ein Jahr in der Zukunft, steht es einfach da. Läuft die Prüfung innerhalb eines Jahres ab, steht dabei, dass sie ansteht. Ist sie abgelaufen, heisst es «abgelaufen seit». In den beiden letzten Fällen zeigt der Block Preise für die Prüfung bei Werkstätten in der Nähe des Fahrzeugs, und ein Verweis führt zur Seite darüber, was zur Prüfung gehört.

Für dich ist eine fällige Prüfung nicht nur die Prüfgebühr. Teurer ist, was sie beanstandet und was vorher gerichtet werden muss: Bremsen, Fahrwerk, Beleuchtung, Rost an tragenden Teilen, Undichtigkeiten. Eine frische Prüfung vor der Übergabe verschiebt dieses Risiko zum Verkäufer. Läuft die Prüfung in den nächsten drei Monaten ab oder ist sie abgelaufen, bietet das Anfrageformular dafür eine eigene Frage der Selbstauskunft an: ob sie vor der Übergabe neu gemacht wird.

Preiszeilen von Werkstätten lesen

Die Preise im Block sind Zeilen aus den Preislisten von Werkstätten auf Carvexia, so wie die Werkstatt sie selbst führt. Gezeigt werden höchstens drei Werkstätten je Zeile, aus dem Land des Fahrzeugs. Hat das Inserat einen Kartenpunkt, stehen sie nach Entfernung zum Standort des Fahrzeugs in Luftlinie, sonst alphabetisch. Eine bezahlte Platzierung gibt es nicht.

Eine zweite Zeile nennt Werkstätten, die die Marke des Fahrzeugs in ihrem Profil führen, mit ihrem Stundensatz. Wo bekannt, steht neben dem Preis ein Stand-Datum: der Tag, an dem die Werkstatt diesen Preis zuletzt geändert hat. Ein Preis mit altem Stand kann überholt sein. Beträge in einer anderen Währung sind umgerechnet und damit Richtwerte.

Jede Preiszeile hat eine von vier Preisarten, und sie bedeuten Verschiedenes:

  • Festpreis: ein Betrag für die beschriebene Leistung. Was genau dazugehört, steht in der Beschreibung der Werkstatt.
  • Ab-Preis: der Einstieg. Der tatsächliche Betrag hängt vom Fahrzeug und vom Befund ab; rechne mit mehr, nicht mit weniger.
  • Stundensatz: der Preis je Arbeitsstunde. Was eine Arbeit kostet, hängt davon ab, wie viele Stunden sie braucht — und das sagt erst ein Kostenvoranschlag.
  • Auf Anfrage: kein Betrag. Die Zeile sagt nur, dass die Werkstatt die Leistung anbietet.

Was eine Preisliste nicht ist

Unter dem Block steht: «Preisliste der Werkstatt, keine Offerte.» Das ist der wichtigste Satz darin. Eine Preisliste sagt, was eine Leistung bei dieser Werkstatt in der Regel kostet. Eine Offerte, also ein Kostenvoranschlag, sagt, was die Arbeit an diesem Fahrzeug kostet, nachdem jemand es gesehen hat. Den Unterschied machen Befund, Teile und Arbeitszeit.

Die Zeilen sind auch kein Durchschnitt und kein Marktpreis. Drei Werkstätten in der Nähe eines Fahrzeugs sagen nicht, was eine Prüfung oder ein Service im Land üblicherweise kostet; sie sagen, was diese drei verlangen. Umfang und Mehrwertsteuer gelten so, wie die Werkstatt sie angibt — ob ein Preis mit oder ohne Steuer gemeint ist, liest du bei ihr nach.

Und die Werkstätten stehen in der Nähe des Fahrzeugs, nicht in deiner. Kaufst du in einer anderen Region oder in einem anderen Land, sind sie für zwei Dinge nützlich: für eine Prüfung vor dem Kauf durch eine Werkstatt, die du selbst beauftragst, und für Arbeiten, die vor der Überführung erledigt sein sollen. Über «Anfragen» gelangst du bei Werkstätten, die Terminanfragen annehmen, direkt zur Anfrage. Für die Zeit danach suchst du dir eine Werkstatt in deiner Nähe.

Teile für das Modell: was die Zahl sagt

Die dritte Zeile nennt Teile: wie viele Artikel es auf Carvexia gibt, deren Händler Marke, Modell und Baujahr dieses Fahrzeugs nennen, und ab welchem Preis der günstigste davon angeboten wird, mit Datum. Artikel «für alle Marken» zählen nicht mit, weil sie über dieses Modell nichts sagen.

Lies die Zahl als das, was sie ist: ein Hinweis darauf, wie viel passendes Angebot es auf dieser Plattform gerade gibt. Sie sagt nichts darüber, wie gut die Teileversorgung für das Modell insgesamt ist, und der Ab-Preis gehört zu irgendeinem Artikel — vielleicht zu einem Filter, nicht zu den Bremsscheiben, die du brauchst. Ob ein Teil passt, beruht auf den Angaben des Händlers; bei sicherheitsrelevanten Teilen lässt du die Passform über die Fahrgestellnummer bestätigen.

Nützlich wird die Zeile, wenn du konkret wirst. Über «Zur Teilesuche für dieses Fahrzeug» siehst du die einzelnen Artikel und kannst nachsehen, was die Teile kosten, die bei diesem Fahrzeug anstehen: Bremsbeläge, Filter für den Service, ein Satz Reifen. Bei Reifen zählt neben dem Profil das Alter: Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer an der Flanke nennen Produktionswoche und Jahr, 2319 steht für die 23. Woche 2019. Das ergibt keine Werkstattrechnung — die Arbeit fehlt —, aber eine Grössenordnung für das Material.

Aus den Posten ein Argument im Preisgespräch machen

Ein Posten wird zum Argument, wenn er drei Bedingungen erfüllt: Er ist sicher fällig, er ist beziffert, und der Verkäufer hat ihn nicht schon eingepreist. Eine Prüfung, die in vier Monaten abläuft, ist sicher fällig. Ein Zahnriemen, dessen letzter Wechsel laut Selbstauskunft unbekannt ist, ist es für einen vorsichtigen Käufer bei einem älteren Fahrzeug ebenfalls. Ein Kratzer im Stossfänger ist es nicht.

Beziffert heisst: nicht «das kostet sicher einiges», sondern eine Zahl mit Quelle. Die Preiszeilen im Block sind ein Anfang, die Offerte einer Werkstatt für genau dieses Fahrzeug ist besser. Mit ihr sagst du nicht «ich will weniger zahlen», sondern «diese Arbeit steht an, so viel kostet sie, hier ist die Offerte».

Dann gibt es drei Wege, und alle sind fair: Der Verkäufer lässt die Arbeit vor der Übergabe erledigen und belegt sie; ihr zieht den Betrag vom Preis ab; oder ihr haltet im Vertrag fest, dass das Fahrzeug mit frischer Prüfung übergeben wird. Bei der Prüfung ist der dritte Weg oft der beste, weil dann der Verkäufer trägt, was sie beanstandet.

Und eine Grenze: Wer jeden denkbaren Posten auf den Tisch legt, verhandelt nicht, er rechnet das Auto schlecht. Ein Verkäufer, der ein Fahrzeug mit fälliger Prüfung inseriert, hat sie womöglich schon im Preis berücksichtigt. Vergleiche deshalb mit ähnlichen Fahrzeugen mit frischer Prüfung, bevor du den vollen Betrag verlangst.

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