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Neu im Land: ein Auto kaufen, bevor alles eingerichtet ist

6 Min. Lesezeit

Wer in ein neues Land zieht, braucht oft zuerst ein Auto und hat zuletzt die Papiere, die man dafür braucht. Die Reihenfolge ist eine andere als zu Hause — und wer sie kennt, steht nicht mit einem gekauften Fahrzeug da, das sich nicht zulassen lässt.

Die Reihenfolge ist anders als zu Hause

Zu Hause ist ein Autokauf eine Frage des Fahrzeugs. Im neuen Land ist er zuerst eine Frage der Papiere: ohne Wohnsitz keine Zulassung auf deinen Namen, ohne Versicherungsnachweis keine Kennzeichen, und ohne gültigen Führerschein nützt beides nichts. Diese drei Punkte bestimmen, wann du überhaupt kaufen kannst.

Kläre sie deshalb, bevor du Inserate vergleichst. Zuständig sind die Einwohnerbehörde, das Strassenverkehrsamt oder die Zulassungsstelle und eine Versicherung — und alle drei nennen dir ihre gültigen Anforderungen, die sich zwischen Ländern und manchmal zwischen Regionen unterscheiden.

Wohnsitz und Anmeldung zuerst

Die Zulassung eines Fahrzeugs verlangt in der Regel einen Wohnsitz im Land, belegt durch eine Anmeldung, eine Aufenthaltsbewilligung oder eine Meldebestätigung. Bis dieser Nachweis vorliegt, kannst du ein Fahrzeug zwar kaufen, aber nicht auf dich zulassen. Plane den Kauf so, dass die Übergabe nach der Anmeldung liegt.

Manche Händler bieten an, das Fahrzeug vorübergehend auf sich zugelassen zu lassen oder die Zulassung für dich zu erledigen, sobald die Papiere da sind. Das kann helfen, gehört aber schriftlich vereinbart: Wer hält das Fahrzeug bis dahin, wer versichert es, und ab wann trägst du das Risiko?

Der Führerschein

Ein ausländischer Führerschein gilt nach der Wohnsitznahme meist nur noch eine bestimmte Zeit, danach muss er umgetauscht werden. Wie lange, unter welchen Bedingungen und ob eine Prüfung nötig ist, hängt vom Land ab, in das du ziehst, und von dem, das den Führerschein ausgestellt hat. Die gültige Regel nennt das Strassenverkehrsamt.

Diese Frist hat mit dem Autokauf mehr zu tun, als es scheint: Versicherungen fragen danach, und ein Führerschein, dessen Gültigkeit im neuen Land abgelaufen ist, kann im Schadenfall teuer werden. Kümmere dich früh darum, nicht erst, wenn das Auto vor der Tür steht.

Versicherung ohne Vorgeschichte

Die Prämie einer Autoversicherung hängt stark davon ab, wie lange jemand schadenfrei gefahren ist. Im neuen Land kennt dich keine Versicherung, und ohne Nachweis wirst du eingestuft wie jemand, der gerade erst anfängt. Frag deshalb deine bisherige Versicherung nach einer schriftlichen Bestätigung deiner schadenfreien Jahre, idealerweise auf Englisch oder in der Landessprache.

Ob eine neue Versicherung diese Bestätigung anerkennt und wie weit, entscheidet sie selbst; die Unterschiede zwischen den Anbietern sind hier gross. Hol mehrere Angebote ein, bevor du das Fahrzeug kaufst — die Prämie kann bei manchen Fahrzeugen ein Grund sein, sich anders zu entscheiden.

Das eigene Auto mitbringen oder hier kaufen

Wer sein Fahrzeug mitbringt, führt es als Übersiedlungsgut oder als gewöhnlichen Import ein. Für Übersiedlungsgut gelten in vielen Ländern Erleichterungen, die an Bedingungen hängen, etwa an eine Mindestdauer des Besitzes vor dem Umzug; welche das sind, sagt die Zollbehörde des Ziellands. Dazu kommen die technische Prüfung und die Anpassung an die Vorschriften des Landes.

Der Kauf vor Ort ist oft einfacher: Das Fahrzeug erfüllt die Anforderungen des Landes bereits, die Papiere sind die, die die Behörde kennt, und die Zulassung ist Routine. Die Einfuhrratgeber helfen bei der Rechnung, welcher Weg im Einzelfall günstiger ist.

Händler oder privat, solange die Sprache noch fremd ist

Beim Händler bekommst du Unterlagen, die zur Zulassung passen, meist eine Gewährleistung nach dem Recht des Landes und oft Hilfe bei der Zulassung. Das ist in den ersten Monaten mehr wert als sonst, weil du Formulare, Fristen und Behörden noch nicht kennst.

Beim privaten Kauf liegt alles bei dir, auch der Vertrag. Unterschreib nichts, was du nicht verstehst: Bitte um eine zweisprachige Fassung, nimm jemanden mit, der die Sprache spricht, oder lass den Vertrag vorher übersetzen. Ein Satz zur Gewährleistung, den du falsch verstanden hast, lässt sich später nicht mehr erklären.

Finanzierung ohne lokale Bonität

Kreditgeber prüfen die Bonität anhand von Daten aus dem Land, und dort hast du noch keine. Kredite und Leasingverträge sind für Zugezogene deshalb oft schwerer zu bekommen oder verlangen eine höhere Anzahlung oder eine Mindestdauer des Aufenthalts. Das ist keine Ablehnung deiner Person, sondern das Fehlen von Daten.

Rechne deshalb damit, dass das erste Auto im neuen Land bescheidener ausfällt als geplant, oder frag bei deiner bisherigen Bank, ob sie finanziert. Wie Leasing und Kredit sich unterscheiden, steht in einem eigenen Beitrag.

Wenn du nur für eine gewisse Zeit bleibst

Wer von Anfang an weiss, dass er das Land in einigen Jahren wieder verlässt, kauft anders. Gefragt ist dann ein Fahrzeug, das sich am Ende ohne Mühe wieder verkaufen lässt: verbreitetes Modell, gängige Motorisierung, vollständige Unterlagen. Ein seltenes Auto, das dir gefällt, ist beim Abschied womöglich eine Last.

Denk ausserdem an den Weg hinaus: Verkaufst du vor Ort, oder nimmst du das Fahrzeug mit? Im zweiten Fall gelten Ausfuhr und Einfuhr in umgekehrter Richtung, und nicht jedes Fahrzeug erfüllt die Anforderungen des nächsten Landes. Die Frage gehört an den Anfang, nicht an das Ende des Aufenthalts.

Die ersten Wochen auf der Strasse

Mit dem Kennzeichen fängt der Alltag an, und er hat eigene Regeln: Winterreifenpflicht oder -empfehlung, Vignette oder Maut, Umweltzonen in Städten, Pflichtausrüstung im Fahrzeug und der Rhythmus der periodischen Prüfung. Das meiste davon unterscheidet sich von dem, was du kennst.

Die Ratgeber zu Winterreifen in Europa und zur Pflichtausrüstung beschreiben die Art dieser Vorschriften und wo die gültige Fassung steht. Nimm dir eine Stunde dafür, bevor du zum ersten Mal über eine Grenze fährst.

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