Alltag
Das Auto winterfest machen: die Liste für den Herbst
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Der Winter findet die Schwächen eines Autos nicht, er macht sie nur auf einmal sichtbar: am ersten Frostmorgen, auf der ersten gesalzenen Strasse, im ersten Stau bei Schneefall. Im Herbst lässt sich fast alles davon mit wenig Aufwand erledigen — vorausgesetzt, du fängst mit dem an, was einen Termin braucht.
Warum der Herbst der richtige Zeitpunkt ist
Der Winter bringt selten einen neuen Defekt. Er bringt die alten nach vorne, und zwar gleichzeitig: Die Batterie, die seit Monaten nachlässt, versagt am ersten Frostmorgen, der Wischer, der im Sommer nur ein wenig schmierte, lässt bei Schneematsch einen Streifen im Sichtfeld stehen, und der kleine Lackschaden an der Motorhaube bekommt Salz. Wer im Herbst hinschaut, erledigt dieselben Dinge, nur ohne Zeitdruck.
Dazu kommen zwei praktische Gründe. Manche Arbeiten brauchen Temperaturen, die es im Januar nicht mehr gibt: Lack härtet bei Kälte schlecht aus, Gummipflege zieht auf einer nassen, kalten Dichtung nicht ein, und eine Unterbodenwäsche trocknet nicht mehr. Und sobald der erste Schnee fällt, wollen alle gleichzeitig einen Termin für Reifen, Batterie und Scheibe — wer erst dann anruft, wartet.
Daraus ergibt sich die Reihenfolge dieser Liste. Zuerst kommt, was eine Werkstatt oder ein bestelltes Teil braucht: der Batterietest, die Frostschutzmessung, eine Scheibe mit Steinschlag, der Reifenwechsel. Dann das, was du an einem Nachmittag selbst erledigst: Waschwasser, Wischer, Licht, Dichtungen. Zuletzt, kurz bevor die Strassen gesalzen werden, der Unterboden und die Ausrüstung im Kofferraum. Reifen, Batterie und die Winterreifenregeln der einzelnen Länder haben eigene Beiträge; hier steht, wie das zusammengehört.
Frostschutz: Kühlmittel und Waschwasser
Das Kühlmittel ist ein Gemisch aus Wasser und einem Konzentrat, das den Gefrierpunkt senkt und die Metalle im Kreislauf vor Korrosion schützt. Wie weit der Frostschutz reicht, hängt vom Mischverhältnis ab — und das verschiebt sich unbemerkt, wenn im Lauf des Jahres mit reinem Wasser nachgefüllt wurde. Gefriert das Kühlmittel, dehnt es sich aus und kann Schläuche, Kühler und im ungünstigsten Fall den Motorblock beschädigen.
Gemessen wird mit einem Frostschutzprüfer, einem Refraktometer oder einer einfachen Spindel; in der Werkstatt dauert das eine Minute. Nachgefüllt wird nur bei kaltem Motor und nur mit der Sorte, die der Hersteller für das Fahrzeug vorschreibt — sie steht im Bordbuch. Warum Sorten nicht gemischt werden und woran ein Verlust zu erkennen ist, steht im Beitrag über Kühlmittel und Überhitzung. Sinkt der Stand zwischen zwei Kontrollen, ist das kein Nachfüllthema, sondern ein Befund.
Beim Waschwasser ist der Fehler häufiger und die Folge sofort spürbar: Sommerfüllung gefriert im Behälter, in den Schläuchen und in den Düsen, und dann fährst du im Salznebel hinter einem Lastwagen ohne Scheibenwaschanlage. Winterkonzentrat wird nach der Angabe auf dem Kanister gemischt, und zwar für die tiefsten Temperaturen, die du erwartest, nicht für den Herbstnachmittag. Steht noch viel Sommermischung im Behälter, fährst du ihn zuerst möglichst leer, sonst verdünnt der Rest das Konzentrat. Kühlmittel gehört nie in den Waschwasserbehälter.
Sicht: Wischer, Licht, Scheiben
Wischerblätter altern durch Sonne und Ozon, und im Herbst hat das Gummi einen Sommer hinter sich. Schlieren, Rattern oder ein Streifen, der stehen bleibt, heissen: ersetzen, vorne wie hinten. Im Winter kommt eine Regel dazu: den Wischer nie einschalten, solange er festgefroren ist. Die Gummilippe reisst, und Motor oder Gestänge nehmen Schaden. Zuerst die Scheibe frei machen, dann wischen. Viele Fahrzeuge haben eine Servicestellung, in der sich die Arme abklappen lassen; wie sie aktiviert wird, steht im Bordbuch.
In der dunklen Jahreszeit fährst du morgens und abends ohne Tageslicht, und die Beleuchtung ist nicht mehr Formsache. Einmal alle Lampen durchgehen, mit einer zweiten Person oder vor einer hellen Wand: Abblend- und Fernlicht, Nebel-, Brems-, Rück- und Kennzeichenleuchten, Blinker. Die Einstellung der Scheinwerfer prüft eine Werkstatt in wenigen Minuten; nach einem Lampenwechsel oder mit viel Gepäck ist sie oft verstellt. Vergilbte, matte Streuscheiben aus Kunststoff werfen das Licht nicht mehr dorthin, wo es hingehört — sie lassen sich aufbereiten oder ersetzen.
Und die Scheiben selbst. Beschlag setzt sich vor allem auf einem Schmutzfilm an der Innenseite ab, deshalb lohnt es sich, sie im Herbst gründlich zu putzen. Die Klimaanlage hilft auch im Winter: Sie trocknet die Luft und macht die Scheibe schneller frei. Ein zugesetzter Innenraumfilter bremst das Gebläse, nasse Fussmatten halten Feuchtigkeit im Auto. Und ein Steinschlag in der Frontscheibe wird vor dem Frost repariert, nicht danach — Temperatursprünge lassen ihn reissen, und heisses Wasser auf einer vereisten Scheibe ist genau so ein Sprung.
Die Batterie vor der ersten Frostnacht
Kälte macht eine Batterie nicht kaputt, sie zeigt, wie es um sie steht. Eine kalte Batterie liefert weniger Strom, während ein kalter Motor mit zähem Öl mehr verlangt; was im September noch reicht, reicht im Dezember nicht mehr. Deshalb gehört der Batterietest in den Herbst, und zwar ein Test unter Last, wie ihn Werkstätten und viele Teilehändler machen. Eine Spannungsmessung im Stand sagt über eine gealterte Batterie wenig.
Der Winterbetrieb verschärft die Rechnung. Heizung, Gebläse, Sitz- und Heckscheibenheizung und Licht laufen gleichzeitig, oft auf kurzen Strecken, auf denen die Lichtmaschine kaum nachlädt. Wer vor allem Kurzstrecke fährt, plant ab und zu eine längere Fahrt ein oder hängt die Batterie an ein Ladegerät. Die Pole sollen sauber und fest sein; weisse oder grünliche Ablagerungen sind ein Grund, genauer hinzusehen.
Auch ein Elektroauto hat eine 12-Volt-Batterie, und ist sie leer, bleibt das Auto trotz voller Antriebsbatterie stehen. Die Antriebsbatterie selbst verliert bei Kälte Reichweite; wer das Fahrzeug am Ladekabel vorheizt, nimmt die Energie dafür aus dem Netz statt aus der Batterie. Woran eine Starterbatterie ihr Ende ankündigt, welche Bauart in welches Auto gehört und wie Starthilfe ohne Schaden gelingt, steht im Beitrag über die Starterbatterie.
Dichtungen, Schlösser, Unterboden
Wasser, das zwischen Türdichtung und Rahmen steht, friert über Nacht und klebt die Tür fest. Ein Pflegestift oder -spray für Gummi, im Herbst auf trockene Dichtungen aufgetragen, hält sie geschmeidig und verhindert das meiste davon — an allen Türen, an der Heckklappe und an der Tankklappe. Ist eine Tür trotzdem festgefroren, nicht mit Gewalt ziehen: Die Dichtung reisst, und der Schaden bleibt. Kräftig gegen die Tür drücken bricht das Eis oft; sonst eine andere Tür versuchen.
Wer noch mit dem Schlüssel im Türschloss aufschliesst, legt einen Schlossenteiser bereit — in die Jackentasche oder ins Haus, nicht ins Handschuhfach des Autos, das du damit öffnen willst. Ein Tropfen Schlosspflege im Herbst hält Feuchtigkeit aus dem Zylinder. Bei Fahrzeugen mit Funkschlüssel lohnt stattdessen ein Blick auf die Knopfzelle im Schlüssel: Sie wird bei Kälte schwächer, und wie sich das Auto mit leerer Schlüsselbatterie öffnen und starten lässt, steht im Bordbuch.
Der wichtigste Posten dieses Abschnitts ist der Unterboden. Streusalz braucht Feuchtigkeit, um zu wirken, und findet sie dort, wo Schmutz sie festhält: in den Radläufen, an den Schwellern, in Falzen und Hohlräumen. Vor der Salzsaison werden Unterboden und Radkästen deshalb gründlich gewaschen, Schmutznester entfernt und die Ablauflöcher in Türen und Schwellern sowie der Wasserablauf unter der Frontscheibe von Laub befreit. Dabei siehst du, ob die Konservierung Lücken hat und ob Lackabplatzer offen sind — beides wird geschlossen, solange es noch trocken und mild ist.
Im Winter selbst gilt: nach längeren Salzperioden und besonders bei Tauwetter eine Wäsche mit Unterbodenprogramm, und im Frühling eine gründliche. Wo Rost zuerst ansetzt und welche Stellen über die Substanz entscheiden, steht im Beitrag über Rost.
Was im Winter ins Auto gehört
Zuerst zwei Gewohnheiten. Der Tank wird im Winter nicht auf Reserve gefahren: Wer auf einer gesperrten Strasse steht, ist froh um jede Viertelstunde Heizung. Und Schnee kommt vor der Fahrt ganz vom Auto, auch vom Dach — sonst rutscht er beim ersten Bremsen auf die Scheibe oder fliegt dem nachfolgenden Fahrzeug entgegen, was je nach Land auch geahndet wird. Wer Diesel fährt und aus einer milden Gegend in die Kälte aufbricht, tankt am Ziel nach: In der kalten Jahreszeit verkaufen die Tankstellen Diesel in einer kältefesteren Qualität.
Was im jeweiligen Land ohnehin mitgeführt werden muss, etwa Warnweste oder Warndreieck, ist Landesrecht; die Automobilclubs veröffentlichen die aktuellen Listen, und für die Winterreifenpflicht gilt dasselbe.
Darüber hinaus ist die Ausrüstung für den Winter keine Frage der Menge, sondern der Situationen, die sie abdeckt: ein vereistes Auto am Morgen, eine leere Batterie auf dem Parkplatz, eine gesperrte Strasse, auf der du eine Stunde stehst. Für jede davon gibt es ein, zwei Dinge, die den Unterschied machen:
- Eiskratzer und Schneebesen — damit auch das Dach frei wird, nicht nur ein Guckloch in der Scheibe.
- Enteiserspray für die Scheiben; der Schlossenteiser bleibt in der Jackentasche.
- Handschuhe, eine Decke, eine Taschenlampe und ein Ladekabel für das Telefon.
- Starthilfekabel oder ein geladener Starthilfe-Akku.
- Schneeketten, wenn deine Strecken durch die Berge führen — einmal zu Hause aufziehen üben, nicht zum ersten Mal am Strassenrand.
- Wasser und etwas zu essen, wenn du regelmässig über Pässe oder lange Strecken fährst.