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STK in Tschechien und der Slowakei: was geprüft wird

5 Min. Lesezeit

In Tschechien und der Slowakei gehören zur periodischen Prüfung zwei Messungen, und bei manchen Zulassungsvorgängen kommt eine dritte Kontrolle hinzu, die nur der Identität des Fahrzeugs gilt. Wer die Teile auseinanderhält, versteht das Protokoll — und weiss, was ein Inserat mit «STK» eigentlich sagt.

Zwei Prüfungen an einem Tag: STK und Abgas

STK steht für stanice technické kontroly, im Slowakischen stanica technickej kontroly — die Prüfstation. Im Alltag heisst in beiden Ländern auch die Prüfung selbst so. Sie besteht bei einem Personenwagen aus zwei Teilen: der technischen Prüfung und der Abgasmessung.

In Tschechien läuft die Abgasmessung, das měření emisí, an einer eigenen Messstation, die oft im selben Gebäude wie die STK liegt, manchmal aber an einem anderen Ort. Die Messung kommt zuerst: Ohne gültiges Messergebnis findet die technische Prüfung nicht statt, und das Ergebnis gehört zu den Unterlagen der STK.

In der Slowakei sind die technische Kontrolle, die technická kontrola, und die Abgaskontrolle, die emisná kontrola, zwei eigenständige Prüfungen mit je eigenem Protokoll, oft an verschiedenen Stellen. Das Fahrzeug braucht beide. Ein Inserat mit «frisch geprüft» meint deshalb nicht unbedingt beide; frag nach beiden Protokollen.

Wie oft geprüft wird, hängt in beiden Ländern von Fahrzeugart und Alter ab. Die geltenden Fristen veröffentlicht jeweils das Verkehrsministerium, in Tschechien das Ministerstvo dopravy, in der Slowakei das Ministerstvo dopravy Slovenskej republiky.

Was geprüft wird

Der Umfang folgt in beiden Ländern der EU-Richtlinie 2014/45/EU. Die Abgasmessung prüft beim Benziner die Schadstoffwerte und beim Diesel die Trübung des Abgases; bei neueren Fahrzeugen werden zusätzlich Daten aus der Diagnoseschnittstelle gelesen. Eine leuchtende Motorkontrollleuchte ist deshalb schon vor der Messung ein Problem und nicht erst danach.

Die technische Prüfung beginnt mit der Identifikation und geht dann durch die Baugruppen:

  • Identifikation: Fahrgestellnummer, Kennzeichen, Übereinstimmung mit der Zulassungsbescheinigung.
  • Bremsen auf dem Rollenprüfstand, Lenkung, Achsen, Federung.
  • Beleuchtung, Scheinwerfereinstellung, Sicht, Spiegel.
  • Reifen, Räder, Karosserie und Rahmen auf Korrosion und Schäden.
  • Sicherheitsausstattung wie Gurte und Airbag-Warnleuchte, je nach Land auch die vorgeschriebene Ausrüstung im Fahrzeug.
  • Der Kilometerstand, der abgelesen und gespeichert wird.

Mängelstufen und ihre Folgen

Beide Länder ordnen Mängel in drei Stufen, bezeichnet mit Buchstaben. Wird eine Nachprüfung fällig, stehen ihre Frist und das, was bis dahin erlaubt ist, im Protokoll und bei den Verkehrsministerien. Wer die Frist verpasst, macht die ganze Prüfung noch einmal.

Aus der schwersten Stufe ergibt sich, ob das Fahrzeug betriebsfähig ist:

  • A — leichter Mangel (lehká závada, ľahká chyba). Das Fahrzeug ist betriebsfähig; der Mangel wird vermerkt und soll behoben werden.
  • B — schwerer Mangel (vážná závada, vážna chyba). Das Fahrzeug ist nur vorübergehend betriebsfähig (dočasně způsobilé, dočasne spôsobilé). Es muss repariert und innerhalb einer festgelegten Frist erneut vorgeführt werden, in Tschechien an derselben Station. Die Nachprüfung beschränkt sich dann auf die beanstandeten Baugruppen und einen Blick auf das ganze Fahrzeug.
  • C — gefährlicher Mangel (nebezpečná závada, nebezpečná chyba). Das Fahrzeug ist nicht betriebsfähig (nezpůsobilé, nespôsobilé), darf nicht mehr am Verkehr teilnehmen und muss abgeschleppt werden. In Tschechien entfernt der Prüfer ausserdem die Prüfplakette.

Die Identitätsprüfung bei der Zulassung

Neben der periodischen Prüfung kennen beide Länder eine Kontrolle, die nicht dem technischen Zustand gilt, sondern der Frage, ob das Fahrzeug das ist, was die Papiere sagen. Sie ist keine Wiederholung der STK, sondern ein eigener Vorgang mit eigenem Protokoll.

In Tschechien heisst sie evidenční kontrola und wird an einer STK durchgeführt. Der Prüfer vergleicht Fahrgestellnummer, Typenschild und die eingetragenen Merkmale des Fahrzeugs mit dem Register. Verlangt wird sie bei bestimmten Vorgängen im Register, typischerweise bei der Einfuhr, beim Halterwechsel und bei Änderungen der eingetragenen Daten. Das Amt nimmt nur ein aktuelles Protokoll an; wie alt es höchstens sein darf, sagt dir das Gemeindeamt, das die Zulassung führt.

In der Slowakei übernimmt diese Aufgabe die kontrola originality, durchgeführt von eigens dafür zugelassenen Stellen und nicht von jeder STK. Neben dem Abgleich mit den Papieren wird geprüft, ob die Kennzeichnungen des Fahrzeugs, allen voran die eingeschlagene Fahrgestellnummer, original und unverändert sind. Pflicht ist sie vor der Zulassung eines eingeführten Fahrzeugs und bei weiteren Vorgängen, die das Gesetz aufzählt.

Welche Vorgänge die Prüfung genau auslösen, hat sich in beiden Ländern mehrfach geändert. Prüfe den Umfang vor deinem Vorgang bei der amtlichen Stelle: in Tschechien beim Verkehrsministerium oder beim zuständigen Gemeindeamt, in der Slowakei beim Verkehrsministerium oder beim Verkehrsinspektorat der Polizei, dem dopravný inšpektorát. Den ganzen Weg für ein eingeführtes Fahrzeug beschreiben die Einfuhrführer.

Beim Kauf: das Protokoll lesen

Im Inserat steht meist nur «STK do» mit einem Monat. Das ist das Ende der Gültigkeit, nicht der Tag der Prüfung; in Tschechien zeigt die Plakette am hinteren Kennzeichen dasselbe. Und für eine Einfuhr gilt: Das Protokoll aus Tschechien oder der Slowakei ersetzt die Prüfung im Zielland in der Regel nicht.

In Tschechien kannst du selbst nachsehen. Das Verkehrsministerium bietet eine öffentliche Abfrage, die zu einer Fahrgestellnummer die bei Prüfungen und Kontrollen abgelesenen Kilometerstände zeigt, und ein Portal mit den Daten aus dem Fahrzeugregister samt Gültigkeit der Prüfung. Eine Reihe, die gleichmässig steigt, ist die günstigste Bestätigung, die du bekommen kannst.

In der Slowakei werden Ergebnisse und Kilometerstände ebenfalls in einem staatlichen Informationssystem erfasst. Mehrere Dienste zeigen Auszüge daraus nach Kennzeichen oder Fahrgestellnummer; achte darauf, dass sie ihre Quelle nennen, und vergleiche das Ergebnis mit dem Protokoll des Verkäufers. Carvexia prüft keine Fahrzeughistorien, diese Abfragen machst du selbst.

Das wichtigste Papier bleibt aber das Protokoll der letzten Prüfung, und das darfst du verlangen. Lies darin drei Dinge:

  • Die Mängel der Stufe A. Sie haben das Ergebnis nicht verhindert, sind aber eine Liste dessen, was bald Geld kostet, und oft genau das, was im Inserat fehlt.
  • Das Ergebnis und, bei einem Mangel der Stufe B, ob und wann die Nachprüfung stattfand.
  • Den Kilometerstand, verglichen mit dem Tacho und dem Inserat.

Vorbereiten, was am häufigsten auffällt

Frag bei der Buchung, welche Papiere die Station sehen will. Üblich ist die Zulassungsbescheinigung und, wo die Abgasmessung an einer anderen Stelle lief, deren Nachweis. Und plane beide Teile zusammen: Wer in Tschechien Messung und STK am selben Tag hintereinander bucht oder in der Slowakei beide Kontrollen am selben Ort findet, fährt nur einmal hin.

Die meisten Befunde lassen sich vor dem Termin finden. Bei Fahrzeugen aus den Bergregionen beider Länder, in denen im Winter viel gestreut wird, lohnt der Blick von unten besonders:

  • Motorkontrollleuchte aus und Fehlerspeicher gelesen, sonst scheitert schon die Abgasmessung.
  • Beleuchtung vollständig und richtig eingestellt.
  • Bremsen gleichmässig, Feststellbremse wirksam.
  • Korrosion an Schwellern, Bremsleitungen und den Aufnahmen des Fahrwerks.
  • Reifen mit ausreichendem Profil und in der eingetragenen Grösse.
  • Die vorgeschriebene Ausrüstung im Fahrzeug, soweit die Station sie prüft; frag bei der Buchung nach.

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